Für einmal geht es nicht um eine regionale Demo für den Frieden, sondern um ein gesamteuropäisches Projekt – weshalb es auch in vielen Sprachen studierbar ist. Alle können – und sollen – mitmachen!

European Peace Project — „Wir wollen mehr Frieden!“

Auch dieses Jahr findet das European Peace Project statt. Am 9. Mai wollen Teilnehmer durch einen „performativen Sprechakt“ die Zukunft Europas selbst in die Hand nehmen und ein Zeichen gegen die Aushöhlung von europäischen Grundprinzipien von Frieden, Demokratie, Freiheit und Völkerverständigung setzen. Das European Peace Project wurde vor einem Jahr als unabhängiges und dezentralisiertes Kunstprojekt gegen die Aufrüstung und zunehmende Militarisierung Europas gestartet. 

„Letztes Jahr hatten wir 17.000 Teilnehmer“, sagt Peter van Stigt, einer der Organisatoren, im Gespräch mit Globalbridge. „Wir wissen, dass es viel mehr Europäer gibt, die Frieden wollen, und wir wollen sie erreichen und 100.000 Friedenstauben auf unserer Karte haben. Letztes Jahr haben wir mehr als 800 Fotos und Videos bekommen, wir haben daraus eine Galerie gemacht mit Hunderten von Videos auf unserem YouTube-Kanal. Wir wollen mehr Frieden!“. 

Die Aktionen des European Peace Project finden in ganz Europa statt. Teilnehmer können sich auf der Webseite des Projekts anmelden, später wird der Standort auf einer interaktiven Karte eingetragen. Wer an der Aktion teilnehmen möchte, braucht nur den Text des Manifests des European Peace Project vorzulesen, egal wo, ob auf dem Balkon zu Hause oder auf dem Marktplatz. Teilnehmer können den Moment mit Bildern oder Videos dokumentieren und diese an die Organisatoren des European Peace Project senden. Nach dem 9. Mai werden die Einsendungen in einer digitalen Galerie auf der offiziellen Webseite veröffentlicht — als sichtbares Zeichen dafür, dass viele Bürgerinnen und Bürger Europas für den Frieden und nicht für den Krieg stehen.

Bei dem European Peace Project handelt es sich um eine Initiative unabhängiger Einzelpersonen aus Wissenschaft, Kunst und Wirtschaft — keine Organisation oder NGO. Hinter dem European Peace Project steht nur der Wunsch nach nachhaltigem Frieden, Völkerverständigung, Dialog und Interessenausgleich durch die Beseitigung der Konfliktursachen. Die Initiatoren sind Ulrike Guérot, die renommierte Politikwissenschaftlerin und Publizistin aus Deutschland; Isabelle Casel, Künstlerin, Aktivistin und Gründerin des Peace Lab Europe; und Peter van Stigt, ein engagierter Unternehmer aus den Niederlanden und Fachjournalist mit Schwerpunkt Eurasien.

Das Manifest sowie weitere Informationen kann man auf der Webseite des European Peace Project anschauen.

Und dazu eine Ergänzung zum Thema Iran.

Die Europäische Union wurde am Anfang ausdrücklich als Friedensprojekt konzipiert. Frieden galt als eine der großen Errungenschaften einer vereinigten europäischen Gemeinschaft. Doch heute, wenn EU-Spitzenpolitiker sprechen, ist allzu oft vom Krieg die Rede. Noch vor wenigen Jahren wäre das undenkbar gewesen. Die Europäische Union, die einst als Europäische Wirtschaftsgemeinschaft aus den Trümmern des Zweiten Weltkriegs hervorging und sich jahrzehntelang als Garant für Frieden verstand, spricht heute über Aufrüstung. Ständig wird argumentiert, dass wir uns auf den Krieg vorbereiten müssen. Wer es wagt, sich den unaufhörlichen Rufen nach militärischer Stärkung angesichts einer angeblich unübersehbaren russischen Bedrohung zu widersetzen, wird als „falscher Pazifist“, „pro-russisch“ oder gar als „nützlicher Idiot Putins“ diffamiert. Die politische Elite in Europa ist heute offensichtlich nicht bereit, eine friedliche Koexistenz mit Russland auch nur in Betracht zu ziehen. Doch für viele Bürgerinnen und Bürger Europas ist Frieden immer noch das Wichtigste. Europa und Russland müssen nicht zu einem Zivilisations-Zweikampf verurteilt sein.

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