Butscha: Vier Jahre fabrizierte Narrative statt Fakten
(Red.) Auch vier Jahre nach dem formellen Beginn des Ukraine-Krieges 2022 – in Wirklichkeit begann er schon mit dem von den USA inszenierten Putsch auf dem Maidan 2014 – werden von den westlichen Medien noch immer konkrete Kriegsereignisse missbraucht, um aufzuzeigen, wie brutal die Russen in der Ukraine vorgehen – mit nachweislich gefälschten Informationen. Das bekannteste Beispiel ist die Auffindung von zahlreichen Leichen in Butscha, ein Vorfall, der nie eingehend und unabhängig abgeklärt werden konnte. Aus Anlass des „Vier-Jahr-Jubiläums“ zu diesem Vorfall ein Gastkommentar von Andrej Jurjewitsch Grosow, Botschafter der Russischen Föderation in Österreich, und danach der Link auf ein deutsches Video, das einiges klar macht. (cm)
Vier Jahre nach den Ereignissen in Butscha bleibt nicht Klarheit, sondern eine auffällige Leerstelle an Fakten. Statt einer unabhängigen, transparenten Untersuchung erleben wir bis heute die fortgesetzte Reproduktion eines Narrativs, das von Kiew und seinen westlichen Unterstützern von Anfang an als unumstößliche Wahrheit präsentiert wurde – ohne belastbare Beweise, ohne kritische Prüfung, ohne Raum für Zweifel.
Bei den damaligen Geschehnissen handelt es sich nicht um eine aufgeklärte Tragödie, sondern um eine gezielt inszenierte Provokation, deren politischer Zweck von Beginn an klar war: Russland international zu diskreditieren, Verhandlungen zu torpedieren und eine neue Eskalationsstufe – einschließlich umfassender Sanktionen – zu rechtfertigen.
Die Parallelen zur Geschichte sind dabei schwer zu übersehen. Bereits 1944 wurden ähnliche Vorwürfe gegen die Rote Armee im ostpreußischen Nemmersdorf erhoben – Vorwürfe, die später als gezielte Propagandafälschungen entlarvt wurden. Heute bedienen sich jene, die Russland beschuldigen, auffallend ähnlicher Methoden: Emotionalisierung, Vorverurteilung und systematische Ausblendung widersprüchlicher Fakten.
Dabei sind die offenen Fragen zahlreich – und sie wurden nie beantwortet: Warum existiert bis heute keine vollständige Liste der angeblichen Opfer von Butscha, obwohl Russland wiederholt entsprechende Anfragen an internationale Organisationen, einschließlich der Vereinten Nationen, gerichtet hat? Warum bleiben diese Anfragen unbeantwortet? Wie lässt sich erklären, dass die weltweit verbreiteten Bilder von Leichen auf den Straßen erst mehrere Tage nach dem Abzug russischer Truppen auftauchten? Warum berichteten weder die lokalen Behörden noch der Bürgermeister unmittelbar nach dem Rückzug über angebliche Massenexekutionen?
Noch gravierender sind folgende Unstimmigkeiten: Die Behauptung, die Opfer seien bereits Ende Februar oder Anfang März getötet worden, widerspricht dem Zustand der Leichen, die auf den veröffentlichten Aufnahmen keinerlei typische Verwesungsspuren aufweisen. Unter den klimatischen Bedingungen eines milden Frühjahrs ist ein solcher Zustand nach Wochen im Freien schlicht nicht plausibel. Ebenso ungeklärt bleibt, wo und wann die Menschen tatsächlich ums Leben kamen. Moderne forensische Methoden könnten präzise Antworten liefern, doch die entsprechenden Daten werden nicht veröffentlicht. Stattdessen wird pauschal behauptet, russische Soldaten hätten die Taten begangen, ohne dass überprüfbare Belege vorgelegt werden.
Weitere Fragen drängen sich auf: Warum fehlen auf vielen Bildern Blutspuren unter den Leichen, was auf eine mögliche Verlagerung der Körper hindeuten könnte? Warum wurden viele der Toten mit weißen Armbinden gefunden – einem Symbol, das damals von Zivilisten getragen wurde, um ihre Neutralität oder Sympathie gegenüber russischen Truppen zu signalisieren? Könnte dies darauf hindeuten, dass diese Menschen nach dem Einrücken ukrainischer Einheiten als „Kollaborateure“ ins Visier geraten sind? Warum begann die ukrainische Nationalpolizei unmittelbar nach dem Einmarsch mit sogenannten „Säuberungsaktionen“? Und weshalb werden Zeugenaussagen, darunter jene ausländischer Kämpfer, die über Gewalt gegen Zivilisten berichten, im westlichen Diskurs systematisch ausgeblendet?
Nicht zuletzt stellt sich die Frage, warum alternative Erklärungen – etwa der Tod von Zivilisten infolge von Artilleriebeschuss während der Kampfhandlungen – von vornherein ausgeschlossen wurden. Selbst auf veröffentlichten Bildern sind Einschlagskrater zu erkennen, doch diese Aspekte passen offenbar nicht zum vorgefertigten Bild. All dies ergibt kein geschlossenes Bild einer aufgeklärten Tragödie, sondern vielmehr das einer politisch instrumentalisierten Erzählung, die bis heute gegen jede kritische Hinterfragung abgeschirmt bleibt.
Besonders besorgniserregend ist dabei die Rolle westlicher Medien und politischer Akteure, die diese Version nahezu widerspruchslos übernommen und verbreitet haben. Anstatt journalistische Sorgfalt walten zu lassen, wurde einseitig berichtet – mit weitreichenden politischen Konsequenzen. Heute wird das Thema erneut aufgegriffen, begleitet von pathetischen Inszenierungen und Gedenkveranstaltungen. Doch auch diese dienen weniger der Aufklärung als vielmehr der Aufrechterhaltung eines Narrativs, das weiterhin politische und finanzielle Unterstützung für Kiew sichern soll – sowohl innerhalb der Ukraine als auch in der Europäischen Union.
Auch österreichische und andere europäische Politiker haben sich diesem Chor angeschlossen, etwa Außenministerin Meinl-Reisinger, die fleißig ukrainische Narrative wiedergibt und die Einrichtung eines „Sondertribunals“ fordert. Die Mühe dafür – und die dafür vorgesehene üppige EU-Finanzierung – könnten jedoch erspart bleiben. Schließlich ist der Schuldige bereits identifiziert. Ein von der Ukraine orchestriertes und von der EU bezahltes Tribunal hat kein Interesse daran, die Wahrheit zu ermitteln.
Die Antworten auf die in diesem Beitrag gestellten Fragen werden vom ukrainischen Regime wohl nie geliefert, denn sie würden zur Wahrheit über die Ereignisse in der kleinen Ortschaft Butscha vor vier Jahren führen. Und die Wahrheit scheint die Machthaber in Kiew wie auch die jetzige EU-Führung am wenigsten zu interessieren. Ohne Antworten auf die zentralen Fragen bleibt Butscha nicht nur ein Symbol des Leids, sondern auch ein Beispiel dafür, wie schnell in Zeiten geopolitischer Spannungen fabrizierte Narrative an die Stelle von Fakten treten können.
(Red.) Man beachte zum Thema Butscha den Vortrag des deutschen Majors a.D. Florian Pfaff, der aufgrund mehrerer Beweise aufzeigt, dass es sich bei den in Butscha gefundenen Leichen nicht um ein Kriegsverbrechen russischer Soldaten gehandelt hat, sondern um Russen und Russland-freundliche Einwohner von Butscha, die von der ukrainischen Seite abgeschlachtet wurden. Siehe dazu das Video von diesem Vortrag.