"Entwaffnet und entwaffnend" – Ausgerechnet dem ersten Papst aus den USA liegt vor allem am Frieden – und folgerichtig daran, dass die gegenwärtige Politik endlich diesen irrwitzigen Rüstungswettlauf beendet! Sein Buch ist aktuell und äusserst lesenswert! (Das Bild zeigt einen Ausschnitt aus dem Buch-Umschlag der italienischen Originalausgabe.)

Zwischen Evangelium und Rüstungsspirale – Es sind keine leeren Worte des Papstes!

Als junger Augustinermönch protestierte er 1983 in Rom gegen US-Marschflugkörper – heute ringt er als Papst Leo XIV. gegen eine neue globale Rüstungsspirale. Während der Heilige Stuhl zur Abrüstung aufruft, treibt Europa mit Projekten wie ELSA die militärische Aufrüstung voran, untermauert durch Frankreichs jüngsten Atomraketentest und das strategische Muskelspiel der NATO-Großübung „Steadfast Noon“ in Italien.

Ein Foto aus den Tagen des NATO-Doppelbeschlusses

Ein vergilbtes Foto aus dem Herbst 1983 zeigt eine gänzlich andere Zeit: Eine Gruppe junger, engagierter Männer protestiert in Rom friedlich gegen den NATO-Doppelbeschluss und die geplante Stationierung amerikanischer Pershing-II-Mittelstreckenraketen. Mittendrin steht ein 28-jähriger Amerikaner hinter einem Transparent mit der Aufschrift „Augustinians for Peace“. Sein Name: Robert Francis Prevost. Festgehalten wurde dieser historische Moment von dem Ordenspriester und bekannten italienischen Friedensaktivisten Gianni Novelli, in dessen Archiv bei Pax Christi Italien die Fotografie jahrzehntelang bewahrt wurde. Heute, über vier Jahrzehnte später, sitzt genau dieser Mann auf dem Stuhl Petri – als Papst Leo XIV. Und in diesem Oktober 2026 erhält das zentrale Thema seiner Jugend eine ungeahnte, fast unheimliche Aktualität.

Das programmatische Manifest für den Frieden

Diese tief verwurzelte Friedenssehnsucht des ersten US-amerikanischen Papstes hat nun eine bleibende schriftliche Form gefunden. Der Verlag Libreria Editrice Vaticana hat am 21. Juli 2026 ein zentrales Buch herausgebracht, das alle Friedensbotschaften und wegweisenden Ansprachen des Pontifex bündelt: „Disarmata e disarmante. La pace è un dono“ („Entwaffnet und entwaffnend. Der Frieden ist ein Geschenk“). In dem persönlich verfassten, aufrüttelnden Vorwort nimmt der Papst kein Blatt vor den Mund: „Nicht Atomwaffen schaffen Frieden, sondern Abrüstung“, stellt Leo XIV. unmissverständlich klar und untermauert seine Warnung vor dem weltweiten Wettrüsten überraschend mit einer Metapher des Musikers Bob Dylan. Frieden dürfe man nicht nur von den Mächtigen fordern, sondern müsse ihn im Alltag durch gewaltfreie Gesten selbst leben. Bemerkenswert ist, dass der Papst im Buch den sowjetischen Offizier Stanislaw Petrow würdigt, der 1983 durch sein besonnenes Handeln einen Atomkrieg verhinderte. Für Leo XIV. der Beweis: „Das Gewissen eines einzelnen Menschen kann die ganze Welt wert sein.“

Europas Kurs auf maximale Abschreckung

Wie massiv dieser programmatische Gegenwind des Heiligen Stuhls die europäische Realität provoziert, zeigt der Blick auf die aktuelle Sicherheitsarchitektur. Während der Papst zu „entwaffnetem Frieden“ aufruft, setzen die europäischen Hauptstädte auf ein beispielloses Programm der Abschreckung. Die Fronten dieser Konfrontation verlaufen entlang konkreter rüstungspolitischer Weichenstellungen. So treiben Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Großbritannien und Schweden den European Long-Range Strike Approach voran. Ziel dieser Initiative ist die Entwicklung eigenständiger, europäischer Präzisionswaffen und bodengestützter Marschflugkörper mit einer Reichweite von bis zu 2.000 Kilometern. Für den Heiligen Stuhl ist dies das Sinnbild einer neuen Rüstungsspirale, für die beteiligten Staaten hingegen die überfällige Emanzipation im Deep-Strike-Bereich.

Das atomare Muskelspiel in unmittelbarer Nachbarschaft

Gleichzeitig forciert Paris unter Präsident Emmanuel Macron eine Modernisierung des eigenen Atomwaffenarsenals und bietet die französische Nukleardoktrin zunehmend als strategischen „Schirm“ für europäische Partner an. Wie ernst es Paris damit meint, zeigte sich erst am 6. Oktober 2026: Unter den persönlichen Augen Macrons meldete der Rüstungskonzern ArianeGroup die erfolgreiche Startabnahme der strategischen Rakete M51 vom atomgetriebenen U-Boot Le Vigilant aus – ein unübersehbares militärisches Signal der atomar bestückbaren Interkontinentalrakete M51.3 inmitten globaler Spannungen. Dem hält Leo XIV. unmissverständlich entgegen, dass atomare Abschreckung eine gefährliche Illusion ist. Nur wenige Autostunden vom römischen Bischofssitz entfernt probt das Militärbündnis zudem den Ernstfall: Mitte Oktober 2026 hat die NATO in Italien ihre jährliche Nuklearkriegsübung „Steadfast Noon“gestartet. 17 Staaten, darunter auch die deutsche Luftwaffe mit auf der Aviano Air Base stationierten Tornado-Kampfjets, trainieren unter strengster Geheimhaltung den Einsatz nuklearer Abschreckungsmittel.

Zwei unvereinbare Visionen von Sicherheit

Während Europa seine Verteidigungslinien, Raketenprojekte und Waffenlager massiv ausbaut, bildet das neue Buch des Papstes das theologische und pazifistische Kontrastprogramm des Heiligen Stuhls. Es zeigt den unüberbrückbaren Graben zwischen einer Politik, die Sicherheit in Tausenden Kilometern Raketenreichweite sucht, und einem Papst, der schon vor 43 Jahren auf den Straßen Roms wusste, dass wahrer Frieden niemals aus Waffenläufen geboren wird.

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