Arsenij Jazenjuk (links), von Victoria Nuland eingesetzter erster ukrainischer Ministerpräsident der Ukraine nach dem Putsch auf dem Maidan, drückt dem Noch-NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen im Jahr 2014 die Hand. Rasmussen empfiehlt auch heute die sofortige Aufnahme der Ukraine in die NATO. (Bild NATO)

So betreibt die NZZ den Eintritt in den dritten Weltkrieg

Dass die Neue Zürcher Zeitung NZZ spätestens seit der Übernahme der Chefredaktion durch Eric Guyer alles tut, um den Russenhass zu fördern und dabei die Politiker hüben und drüben ermuntert, im Hinblick auf künftige Konflikte mit Russland aufzurüsten, ist mittlerweile ein offenes Geheimnis. Jetzt hat sich die NZZ selber noch übertroffen und den international bekannten Lügner Anders Fogh Rasmussen, früher einmal dänischer Ministerpräsident (2001-2009) und später NATO-Generalsekretär (2009-2014), aus dem politischen Mülleimer geholt. Und sie hat im Interview mit ihm erhalten, was sie wollte: die Aufforderung, deutlich mehr aufzurüsten und gegen Russland auch einen Krieg zu riskieren.

Rasmussen hatte im Hinblick auf den von den USA angestrebten präventiven Krieg gegen den Irak 2003 im dänischen Parlament für eine Beteiligung Dänemarks geworben und die berühmt gewordene Aussage gemacht, Saddam Hussein verfüge über Massenvernichtungsmittel. Das glaube man nicht nur, „ich weiss es“, sagte damals Rasmussen. Dänemark beteiligte sich in der Folge am Angriff auf den Irak, der zu über einer halben Million Kriegsopfern führte, und bei dem klar wurde, dass der Irak über keine Massenvernichtungsmittel verfügte! Die Politiker, die als Grund für den Krieg Saddam Husseins Massenvernichtungsmittel nannten, haben damals bewusst gelogen!

Doch was ist es schon, als prominenter Politiker einen Präventivkrieg gegen ein fremdes Land zu propagieren und dabei zu lügen? Die USA bedankten sich bei Rasmussen und machten ihn im Jahr 2009 zum NATO-Generalsekretär, wo er sich auch bei den Vorbereitungen auf den Putsch auf dem Maidan in Kiev nützlich machen konnte. Insofern sich Rasmussen in Dänemark auch für die Abschaffung des Sozialstaates und für die Einführung einer neoliberalen Wirtschaftspolitik engagiert hatte, war er für die USA ein idealer Interessenvertreter. Später war er offizieller Berater des ukrainischen Präsidenten Poroschenko und in der Finanzwelt Berater des gigantischen Finanz-Unternehmens Goldman Sachs.

Schon 2016 von der NZZ in die Schweiz eingeladen

Das hinderte die NZZ nicht, ihn 2016 als Redner an das «Swiss Economic Forum» SEF einzuladen. Ich habe mir damals erlaubt – damals noch auf der Plattform Infosperber.ch – über dieses Unternehmen und über Anders Fogh Rasmussen zu berichten und zu kommentieren. Meine beiden damaligen Artikel sind noch immer lesenswert und können hier und hier sehr gerne nachgelesen werden. Und jetzt also hat die NZZ unter aktiver Beteiligung des Russenhass-Spezialisten Andreas Rüesch – die Globalbridge.ch-Leserschaft kennt ihn – mit dem als Lügner berühmt gewordenen Polit-Prominenten ein Interview gemacht.

Und was rät der notorische Kriegstreiber den europäischen Politikern?

Olaf Scholz sei viel zu zögerlich, sagt Anders Fogh Rasmussen. Es sei Zeit, dass Europa auf Kriegswirtschaft umschalte! Und man soll die Ukraine jetzt in die NATO aufnehmen!

Zwei kurze Zitate: „Ich verstehe nicht, warum Deutschland keine Taurus liefert. Ebenso wenig verstehe ich, dass die Regierung Biden keine weitreichenden Atacms-Raketen liefert. Ich hatte gehofft, Bundeskanzler Olaf Scholz würde die Taurus-Lieferung bei der Unterzeichnung des Sicherheitsabkommens verkünden.“ “Wir brauchen Staatschefs, die entschlossen handeln. In Kriegszeiten kann man nicht führen, indem man der öffentlichen Meinung folgt. Wir brauchen eine viel entschlossenere deutsche Regierung. Bundeskanzler Scholz ist viel zu langsam, viel zu zögerlich. Er wirkt nicht wie ein Anführer. Auch deswegen wird Deutschland nicht genügend dafür gewürdigt, dass es die Ukraine nach den USA finanziell am meisten unterstützt. Scholz müsste viel offensiver agieren.“ Offensiver! Also „angriffiger“!

Alles klar? Hier kann das ganze Interview nachgelesen werden.

Dass Anders Fogh Rasmussen schon immer ein Kriegstreiber war, wissen die aufmerksamen Beobachter natürlich. Und dass er im Hinblick auf den Präventivkrieg gegen den Irak handfest gelogen hat, ist unvergessen. Aber warum holt die NZZ einen solchen Typen, der de facto einen dritten Weltkrieg befürwortet, aus der Stille und verschafft seinen fürchterlichen Ratschlägen an die zuständigen Politiker noch mehr internationale Aufmerksamkeit?

Es ist nur noch grauenhaft.

PS: Siehe dazu auch Eric Bonses Kommentar aus Brüssel – lesenswert wie jeden Tag!