Iulia Mendel, eine ehemalige Pressesprecherin von Wolodymyr Selenskyj, gibt dem mittlerweile weltberühmten US-amerikanischen Interviewer Tucker Carlson ein Interview – aber die meisten westlichen Medien schauen weg, denn sie erzählt nicht nur Positives über ihren ehemaligen Chef. (Screenshot aus dem Interview-Video)

Ehemalige Pressesprecherin Selenskyjs Iuliia Mendel im Interview: „Selenskyj ist ein Hindernis für Frieden“

(Red.) Die Berichterstattung in den westlichen Medien über die Ukraine und über Wolodymyr Selenskyj ist, wie man weiß, ziemlich einäugig. Der jüngste und bemerkenswerteste Fall ist ein Interview von Tucker Carlson mit einer ehemaligen Pressesprecherin von Selenskyj.

Iuliia Mendel war von 2019 bis 2021 Pressesprecherin des ukrainischen Präsidenten Selenskyj und arbeitete eng mit ihm zusammen. Dies war vor der jüngsten Phase des Ukraine-Kriegs, doch Mendel war in den Jahren, in denen sie für Selenskyj tätig war, eine sehr bekannte Persönlichkeit und hatte Zugang zu Selenskyjs engstem Kreis. Sie lebt mittlerweile nicht mehr in der Ukraine. In einem kürzlich geführten Interview mit dem bekannten amerikanischen Journalisten Tucker Carlson sagte Mendel, dass Selenskyj nicht die Person sei, die vor der Kamera zu sehen ist. „Er ist ein großartiger Schauspieler“, sagte sie. Mendel fügte hinzu, dass Selenskyj eines der größten Hindernisse für den Frieden in der Ukraine sei. 

Das Bild von Selenskyj, das sich aus dem Interview ergibt, ist das eines Mannes, der seine Emotionen nicht kontrollieren kann und von Kontrolle und Propaganda besessen ist. In einem aufschlussreichen Moment erzählte Mendel, dass Selenskyj 2021, unzufrieden mit der Arbeit seines PR-Teams, seine Frustration zum Ausdruck brachte mit den Worten: „Wir brauchen Goebbels-Propaganda!“. Er führte fort, dass, wenn „1000 Personen sagen, dass gute Dinge geschehen, dann geschehen auch gute Dinge“. 

Zwei Tage nach der Veröffentlichung hat Mendels Interview mit Tucker Carlson fast 1 Million Aufrufe erreicht. In dem Interview schilderte Mendel Korruptionsmachenschaften im engsten Kreis um Selenskyj. Mendel erklärte zudem, es sei „ein offenes Geheimnis“, dass Selenskyj Kokain konsumiere. Ein Großteil der Medien hielt das Interview jedoch für nicht erwähnenswert. In der Schweiz berichtete die Weltwoche darüber, in Deutschland die Berliner Zeitung. Für die anderen ist es, als hätte dieses Interview nie stattgefunden. Die Korruptionsvorwürfe gegen einige von Selenskys engsten Verbündeten haben jedoch in den letzten Monaten und Wochen zugenommen und sind mittlerweile nicht mehr zu ignorieren.

Unter einigen Ukrainern und westlichen Unterstützern der Ukraine hat dieses Interview jedoch für Aufruhr gesorgt. Es hat viele verärgert. Kritiker tun es rundweg als „russische Propaganda“ ab und halten es für nicht beachtenswert. Doch Iuliia Mendel ist keine russische Propagandistin. In ihrem Interview mit Tucker Carlson erklärte sie wiederholt, dass sie Russlands Krieg gegen ihr Land verurteilt. Sie positionierte sich als Ukrainerin, die Frieden für ihr Land will und ein Ende des Wahnsinns des Krieges. „Ich bin nicht hier, um die russische Invasion zu rechtfertigen. Ich bin nicht hier, um Putin zu rechtfertigen. Was die russische Armee in der Ukraine tut, kommt Verbrechen gegen die Menschlichkeit gleich. Aber dieser Krieg ist nicht mehr schwarz und weiß. Er ist dunkel und noch dunkler. Wenn man die Ukraine unterstützen will, ist der einzige Weg, die Ukraine heute zu unterstützen, auf ein Friedensabkommen zu drängen“, sagte Mendel.

Dies kam jedoch bei denjenigen nicht gut an, die meinen, dass Russland militärisch besiegt werden muss, koste es, was es wolle, und dass es keine Alternativen dazu gebe. Am Ende ihres Interviews nutzte Mendel die Gelegenheit, sich persönlich und auf Russisch an den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu wenden und ihn aufzufordern, den Krieg jetzt zu beenden.

Mendel wurde umgehend auf Mirotvorets gelistet, der ukrainischen parastaatlichen Website, die seit mehr als zehn Jahren Informationen – manchmal auch persönliche Daten wie E-Mail-Adressen und Wohnadressen – über vermeintliche Feinde der Ukraine veröffentlicht. Die Revolution von 2014 war von einem Geist der „Lustration“ beseelt, der das Bloßstellen, Demütigen und manchmal auch physische Beseitigen von Feinden als etwas betrachtete, das durch die außergewöhnlichen Umstände des „Kriegs mit Russland“ legitimiert war — ein Krieg, der für viele ukrainische „Patrioten“ schon seit mindestens 2013 andauert. Die Ironie dabei ist, dass die Ukraine im Westen als „Demokratie“ angepriesen wurde. Manchmal wurde die Ukraine den selbstgefälligen europäischen Bürgern sogar als Vorbild für europäische Gesellschaften und als bewundernswert dargestellt, weil die Ukrainer bereit waren, für Europa zu sterben, im Gegensatz zu den verwöhnten deutschen oder französischen Bürgern. 

Hier kann das gesamte Interview Iuliia Mendels auf Englisch angesehen werden.

Unter anderem erklärte am 13. Mai der ukrainische Journalist Anatolij Sharij, der seit 2012 im Exil lebt und seit Jahren in Spanien ansässig ist, dass die ukrainischen Sicherheitsdienste (erneut) versucht hätten, ihn zu töten. 

… und man kann Stefano Di Lorenzo auch auf auf X folgen

(Red.) Wundert es jemanden, dass jetzt zum Beispiel auch die Schweizer CH-Medien einen langen Artikel von einem ukrainischen Autor veröffentlicht hat, in dem Iuliia Mendel – wie es der Mann auf der Straße sagen würde – „zur Sau gemacht“ wird? Selenskyj muss auf alle Fälle als Held erhalten bleiben, der die sogenannten „europäischen Werte“ verteidigt! Dass er nur noch Präsident der Ukraine ist, weil er eigenhändig die Erneuerungswahlen abgesagt hat, wird mit keinem Wort erwähnt … (cm)

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