Es gibt tatsächlich Schweizer und Schweizerinnen, die – wörtlich! – eine "enge" Zusammenarbeit und eine "Interoperability" mit der NATO fordern, mit dieser NATO, die ihrerseits eine hohe Mitverantwortung für die heutige, hochgefährliche Situation in Europa hat. Die NATO provoziert und provoziert und provoziert... (Das Bild stammt von einem Manöver der NATO Multinational Brigade Latvia)

Diese Leute haben es vergessen oder wollen es nicht wahrhaben, dass …

In der Schweiz wird am 27. September 2026 über eine politische Initiative abgestimmt, die eine klarere Definition und Festigung der Schweizer Neutralität in der Bundesverfassung verlangt. Als persönlicher Beitrag zur aktuellen Diskussion über die Neutralität der Schweiz hier ein Aufruf zur Missachtung – und auch zur politischen Verachtung – jener Schweizerinnen und Schweizer, die mit der schuldbeladenen NATO eng zusammenarbeiten wollen.

Diese unten namentlich aufgeführten Schweizer und Schweizerinnen haben es vergessen oder wollen es nicht wahrhaben,

dass die Schweizer Neutralität das Land sowohl im Ersten wie auch im Zweiten Weltkrieg vor einer mit Waffen ausgetragenen, also kriegerischen Auseinandersetzung mit dem Ausland, verschont hat.

– dass das Rote Kreuz sich nur dank Schweizer Neutralität zur internationalen Hilfsorganisation entwickeln konnte.

– dass die NATO, obwohl die Sowjetunion die Wiedervereinigung Deutschlands bewilligt und den Warschauer Pakt freiwillig geschlossen hat, und obwohl Russland sich aus der ehemaligen DDR bis 1995 vollständig zurückgezogen hat, nicht bereit war, mangels Feind sich auch selbst aufzulösen. Sie brauchte eine Selbstlegitimierung und hat deshalb Russland bewusst als Feind erhalten.

– dass die NATO sich zwar als Verteidigungsbündnis bezeichnet, de facto aber noch nie ein Mitgliedsland verteidigt, wohl aber schon andere Länder angegriffen hat.

– dass die NATO entgegen den klar abgegebenen Versprechen und trotz kompetenter Warnungen sich in Russland bedrohender Weise um mehrere Länder nach Osten erweitert hat.

– dass die NATO sowohl in Polen als auch in Rumänien in Russland bedrohender Weise Raketenbasen aufgebaut hat.

– dass die NATO an der russischen Grenze Russland mit gigantischen Manövern provoziert hat.

– dass die NATO aktiv und sichtbar daran arbeitete, mit der ukrainischen Armee Interoperabilität herzustellen.

– dass die NATO im Programm hat, die eigenen Statuten zu ändern und sich auch präventive Angriffe formell zuzugestehen.

– dass die NATO ebenso wie die USA sich im Spätherbst 2021 und im Winter 2022 geweigert hat, mit Russland über die von Russland gewünschten gegenseitigen Sicherheitsgarantien zu reden.

– dass die NATO den Krieg in der Ukraine expressis verbis begrüßte, weil dort Russland geschädigt werden kann, ohne dass westliche Soldaten zum Einsatz kommen.

Und weil diese Schweizer Leute all das vergessen haben oder nicht wahrhaben wollen, streben sie an, dass sich die Schweiz entgegen der bewährten Neutralität der EU annähert und mit der NATO eng zusammenarbeitet! Sie haben in einem Text, den sie „Manifest“ nennen, folgendes geschrieben:

«Eine schlagkräftige Armee dient einer glaubwürdigen Sicherheitspolitik der Schweiz unabhängig davon, ob die Schweiz neutral ist oder nicht. Die Schweiz bereitet sich in Friedenszeit mit der NATO und der EU so vor, dass sie sich im Falle einer Aggression gemeinsam mit den demokratischen Rechtsstaaten militärisch verteidigen kann. Sie arbeitet mit diesen in Rüstung, Ausbildung und Führung eng zusammen, so dass die Interoperabilität der Streitkräfte und der Kampf der verbundenen Waffen sichergestellt ist.»

Mit dieser Erklärung distanzieren sich diese Leute klar von der historisch gewachsenen Neutralität und wollen gemeinsame Sache mit der NATO machen, die ihrerseits klar im Interesse der USA, Großbritanniens und etlicher EU-Kriegstreiber nicht den Frieden anstrebt, sondern den Krieg.

Diese Leute haben in einem freiheitlichen Staat wie der Schweiz selbstverständlich das Recht, eine enge Kooperation mit der NATO zu wünschen und öffentlich zu empfehlen. Wir anderen Schweizer und Schweizerinnen, die wir nicht den Krieg, sondern den Frieden anstreben, haben auf der anderen Seite das Recht, die Erstunterzeichner dieses Manifests nicht weiter ernst zu nehmen und politisch zu verachten.

Die Erstunterzeichnerinnen und Erstunterzeichner des Manifests:

Ameti, Sanija
Aregger, Joseph 
Ballmer, Bettina
Barandun, Nicole
Beerli, Christine
Blum, Roger
Breitenmoser, Stephan 
Casanovas Enrico 
Cottier, Thomas 
Curti, Marco 
Deiss, Joseph 
Dell’Ambrogio, Mauro
de Cerjat, Bénédict
de Weck, Roger 
Etter, Christian
Fischer, Klaus
Fivat, Paul 
Flach, Beat; 
Flückiger, Alexandre 
Fluri, Kurt
Forster, Erika 
Forster, Ueli
Forstmoser, Peter 
Frei, Christoph
Frey, Felix 
Fricker, Hans-Peter 
Gerber, Jean-Daniel
Glanzmann-Hunkeler, Ida 
Gollmer, Martin
Gredig, Corina 
Guldimann, Tim 
Gut, Ulrich 
Holenstein, André 
Imboden, Dieter
Jeker, Rolf
Jorio, Marco 
Joris, Elisabeth 
Kellerhals, Franz
Kipfer, Rolf 
Knill, Dominik 
Koellreuter, Andreas 
Kreis, Georg 
Kury, Patrick 
Landmann, Regine 
Lanz, Christoph 
Lebet, Jean-Hubert
Liener, Arthur 
Markwalder, Christa 
Marti, Arnold
Michel, Simon 
Mohler, Markus H.F. 
Moor, Pierre 
Müller, Georg 
Nay, Giusep
Nobs, Beat
Nordmann, Roger 
Nussbaumer, Eric 
Oberlin, Beat
Regazzoni, Bernardino 
Regli, Peter 
Rhinow, Réné 
Riniker, Maja 
Roth, Franzika 
Rüdisüli, Marc 
Saxer, Urs 
Schiesser, Fritz 
Schmid, Samuel
Schneider-Schneiter, Elisabeth 
Schweizer, Rainer J. 
Seger, Paul 
Seiler Graf, Priska
Selg, Casper
Spillmann, Kurt 
Steinmann, Walter 
Turnherr, Daniela 
Uebersax, Peter 
Viatte, Gérard 
Villiger, Kaspar 
Vogel, Stefan 
von Graffenried, André 
von Matt, Beatrice 
von Matt, Peter
Walti, Beat 
Welti, Philippe
Werder, Hans
Woker, Daniel
Zwahlen, Jean

Für jene, die das ganze erbärmliche Manifest lesen wollen, hier kann es als PDF heruntergeladen werden.

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