Abbildung: Adolf Hitler im Kreis von Soldaten der deutschen Wehrmacht. Ein Bild, das im Herbst 2014 in einem Kiewer Buchladen zum Verkauf angeboten wurde. Quelle: Verfasser

Dem Befreier sei Undank

In den Jahren 1942 bis 1944 stand in der Person von Nikolai F. Vatutin einer der fähigsten Heerführer der Roten Armee an der Spitze bewährter Truppen, die einen entscheidenden Beitrag an die Befreiung der Ukraine von der Besatzung durch die Armeen des nationalsozialistischen Deutschland und seiner italienischen, rumänischen und ungarischen Verbündeten leisteten. Viel Dank wird Vatutin und seinen Soldaten in der heutigen Zeit allerdings nicht entgegengebracht. Vielmehr werden heute die ukrainischen Kollaborateure der Invasionsarmeen geehrt. 

Nikolai Fedorowitch Vatutin (russisch Николай Фёдорович Ватутин) stammte aus einer unweit der ukrainischen Grenze beheimateten Bauernfamilie in der Nähe von Belgorod. Nachdem er 1920 in die Rote Armee eingetreten und am Bürgerkrieg teilgenommen hatte, machte er schnell Karriere und wurde im Februar 1941 Chef der Operationsabteilung des Generalstabes (1). 

Abbildung: General Vatutin. Bildquelle.

Er hatte als Oberbefehlshaber verschiedener Fronten nach 1942 entscheidenden Anteil am Sieg der Roten Armee über die deutsche Wehrmacht und ihre rumänischen, ungarischen und italienischen Verbündeten (2). Ab dem 19. November 1942 führte er die Operation „Uranus“, die zur Einschließung der deutschen 6. Armee in Stalingrad führte und zwischen dem 16. und 30. Dezember 1942 die Operation „Kleiner Saturn“, in deren Verlauf seine Truppen die italienische 8. Armee und Teile der rumänischen 3. Armee zerschlugen.  Entgegen der gängigen Meinung, das Versagen der italienischen und rumänischen Verbündeten habe zur Einschließung der 6. Deutschen Armee in Stalingrad und zum Scheitern der Entsatzversuche geführt, ist festzuhalten, dass auch das deutsche XVII. Armeekorps, vom Dezember 1942 bis April 1943 auch als Armeegruppe Hollidt bzw. Armeeabteilung Hollidt bezeichnet, geschlagen wurde und den Rückzug antreten musste, sodass die 6. Armee in Stalingrad nicht entsetzt werden konnte (3). 

Karte: Die Operation “KLEINER SATURN“ am mittleren Don
Quelle: Homepage der Stadtverwaltung Voronesh (4), Bearbeitung Verfasser

Inzwischen zum Armeegeneral ernannt, kommandierte Vatutin ab März 1943 die Woronescher Front. In der Kursker Schlacht im Juli 1943, die auch unter ihrem Decknamen „Unternehmen Zitadelle“ bekannt ist, trug die Woronescher Front die Hauptlast der Verteidigung gegen die von Süden angreifende deutschen 4. Panzerarmee (5). 

Nach der erfolgreichen Abwehr der deutschen Offensive bei Kursk ging die Rote Armee in beinahe allen Abschnitten der Front in die Offensive. Im Verlauf der Belgorod-Kharkov Operation (russisch Белгородско-Харьковская операция, auch als Operation Rumianzew bekannt) eroberten die Woronescher Front unter Nikolai Vatutin und die Steppenfront unter Iwan Konew am 5. August Belgorod und am 23. August Kharkov (6) zurück. Die Operation war eng mit den Aktionen sowjetischer Partisanen gegen das Eisenbahnnetz im Hinterland der deutschen Wehrmacht koordiniert, die unter der Bezeichnung „Operation Schienenkrieg“ geführt wurde (7). 

Die Einnahme von Kiew

Am 8. September 1943 genehmigte Adolf Hitler den Rückzug der deutschen Wehrmacht auf das westliche Ufer des Dnepr, der am 15. September begann und am 29. September abgeschlossen wurde. Während dieses Rückzugs setzte die Woronescher Front unter dem Kommando von Armeegeneral Nikolai Vatutin am 23. und 24. September 1943 bei Liutezh etwa 20 km nördlich und bei Bukrin (8) 80 km südöstlich von Kiew Truppen über den Dnepr und etablierte dort Brückenköpfe. Das am 24. September 1943 bei Bukrin durchgeführte Luftlande-Unternehmen scheiterte infolge mangelhafter Planung. Trotzdem konnte bis zum 30. September der Brückenkopf im Raum Bukrin erweitert werden. 

Die Stadt Kiew hatte in der Zeit deutscher Besatzung stark gelitten: 

„Kiev suffered 7,000 buildings, which included about 1,000 factories, plundered or destroyed at the hands of the Germans. 200,000 civilians were killed during the course of the war. 100,000 civilians were sent to concentration camps during the occupation. What resulted was a city with only 80,000 survivors, a mere 20% of its prewar size.“(9)

Aber Vatutin dachte nicht daran, die Stadt im direkten Sturm einzunehmen; er hatte wohl noch Stalingrad in Erinnerung, dessen Schicksal er Kiew ersparen wollte. Vielmehr beabsichtigte er, Kiew durch eine doppelseitig angesetzte Zangenoperation einzunehmen. Aus den über 100 km voneinander entfernt liegenden Brückenköpfen von Bukrin und Liutezh versuchten die Truppen Vatutins im Oktober zweimal vergeblich, die Deutschen in der Stadt einzuschließen. Der Hauptangriff erfolgte jeweils vom Brückenkopf Bukrin aus, der Hilfsangriff vom Brückenkopf Liutezh. 

Nach den zwei erfolglosen Versuchen verzichtete der Generalstab in Moskau darauf, es hier ein drittes Mal zu versuchen, und beschloss, den Schwerpunkt des Angriffs vom Süden in den Raum nördlich von Kiew zu verlegen. Am 24. Oktober erging ein entsprechender Befehl an das Kommando der inzwischen in 1. Ukrainische Front unbenannten Heeresgruppe Vatutins (10).

Am 25. Oktober um 16:20 Uhr erhielt der Oberkommandierende der 3. Garde-Panzerarmee, Generalleutnant Pavel S. Rybalko, den Befehl Vatutins, wonach er noch am selben Abend den Rückzug seiner Truppen vom westlichen Ufer des Dnepr einzuleiten habe. Bis zum 30. Oktober seien die Truppen im Raum Vysshnaya Dubechnya zusammenzuziehen (11). Der Marsch dorthin habe absolut getarnt zu erfolgen, Bewegungen dürften nur nachts erfolgen und das bei absoluter Funkstille. Defekte Panzer seien an Ort und Stelle zurückzulassen und der 40. Armee zu übergeben. Die 3. Garde-Panzerarmee werde am Bestimmungsort neue Panzer erhalten. Ein Plan für die Verlegung sei bis 26.10. um 10:00 Uhr vorzulegen. 

Karte: Lage im Raum Kiew – Dnepr – Pereyaslav und Marsch der 3. Garde-Panzerarmee
Quelle: С. Алферов, S. Alferov (12), Bearbeitung Verfasser

Und Rybalkos Stab arbeitete schnell: Bis am folgenden Morgen um 04:00 Uhr war der Verschiebungsbefehl bereit. Gemäß dem Plan sollte der Brückenkopf von Bukrin bis zum 27. Oktober um 3 Uhr an die 40. Armee übergeben sein, sodass die 3. Garde-Panzerarmee auf das linke, östliche Ufer übersetzen konnte. In drei Nachtmärschen sollte die Armee danach den befohlenen Ausgangsraum nördlich von Kiew erreichen. 

Bemerkenswert sind insbesondere die Maßnahmen zur Tarnung und Geheimhaltung der Verlegung der Armee. Um die gegnerische Funkaufklärung zu täuschen, verblieben der Armeekommandoposten und mehrere Funkstationen im Brückenkopf und setzten ihre bisherige Arbeit fort. Anstelle der abgezogenen Panzer wurden Attrappen aus Holz und Erde gebaut und in den Feuerstellungen der Artillerie wurden Geschützattrappen aufgestellt. Die Bewegung von Panzern und Fahrzeugen war nur nachts und unter Beibehaltung der Tarnung erlaubt. Auf den Marschrouten wurden von den Logistikeinheiten der Armee eigens Tankstellen eingerichtet und im neuen Bereitschaftsraum wurden Depots für Versorgungsgüter aller Art eingerichtet, damit sich die Truppen gleich bei der Ankunft auf den bevorstehenden Angriff vorbereiten konnten.

In diesen Tagen war das Wetter vorteilhaft für das Vorhaben: Nebel und Regenwetter behinderten die deutsche Luftaufklärung zeitweise. Wo die Natur nicht genügte, halfen spezialisierte Einheiten der Abc-Abwehrtruppen mit künstlichem Nebel nach (13). Um die Deutschen zu täuschen, legten sie künstliche Nebelwände auch an Stellen, an denen kein Übergang von Truppen und Material vorgesehen war. Noch eine Woche lang bombardierte die deutsche Luftwaffe die verlassenen Stellungen der 3. Garde-Panzerarmee. Alle diese Maßnahmen trugen dazu bei, dass die Flussübergänge und die Verschiebungen der Truppen von der deutschen Aufklärung unbemerkt blieben und somit vor Luftangriffen geschützt waren. Auch die Bereitstellung zum Angriff der 3. Garde-Panzerarmee blieb unentdeckt, sodass die Deutschen überrascht wurden, als die 1. Ukrainische Front Vatutins am Morgen des 3. November 1943 die sogenannte Kiewer Strategische Offensive startete. Nach mehrtägigen Kämpfen wurde Kiew bis zum 6. November vollständig eingenommen (14). 

Erprobte Truppen, gut geführt

Die Leistungen der beteiligten Truppen und Stäbe sind nicht hoch genug einzuschätzen. In einer Nacht mussten die Stäbe der Front und der beteiligten Armeekommandos die Verlegung der 40. Armee in den Brückenkopf von Bukrin, die Übernahme der Stellungen der 3. Garde Panzer-Armee, die gleichzeitige Rückverschiebung letzterer über den Dnepr, den Marsch der Armee nach Liutezh, den Schutz vor Luftangriffen und die Versorgung der Truppen auf dem Marsch organisieren, dazu die ganzen Maßnahmen zur Tarnung des Manövers und zur Täuschung der Deutschen. Nur gut organisierte Stäbe konnten in enger Zusammenarbeit mit jenen der vorgesetzten und der unterstellten Stufen in so kurzer Zeit eine so komplexe Aktion planen.

Die Truppen mussten Brücken über den Dnepr bei Bukrin, über die Desna und über den Dnepr bei Liutezh bauen. Es mussten Straßen, welche durch die Taktik der „verbrannten Erde“ der Deutschen zerstört waren, instandgesetzt, Flugabwehrkanonen in Stellung gebracht und Nachschubgüter herbeigeschafft werden. Und das alles ohne die Benutzung von Funkgeräten. Das konnten nur eingespielte und disziplinierte Truppen bewerkstelligen. Der Übergang über den Dnepr südlich von Kiew im September und Oktober 1943 stellt eine der wenigen Operationen dar, bei welchem ein Fluss überwunden werden konnte, während auf der anderen Seite kampfbereite gegnerische Einheiten lagen. Hier zeigte sich, dass die Rote Armee keineswegs mehr die unorganisierte und demoralisierte Truppe des Jahres 1941 war. Sie hatte sich im Jahr 1942 gefangen und die Erfahrungen aus den ersten zwei Kriegsjahren beherzigt. 

Vatutins Tod

Im November und Dezember schlugen mehrere Versuche General von Mansteins zur Rückeroberung der Stadt Kiew durch die Wehrmacht fehl. Die 1. Ukrainische Front Vatutins stieß im Januar 1944 im Rahmen der Zhitomir-Berditchev Operation bis in die Regionen Vinnytsa und Rovno, beteiligte sich an der Kesselschlacht von Cherkassy und erreichte in der Rowno-Luzker Operation im Februar 1944 den Raum Luzk – Dubno im Westen der Ukraine (15). 

Am 29. Februar 1944 fuhren Vatutin und seine kleine Eskorte zum Hauptquartier der 60. Armee, um den Stand der Vorbereitungen für eine weitere Operation zu überprüfen. Beim Dorf Miljatin, ca. 30 km südöstlich von Rivne/Rovno, gerieten die Fahrzeuge bei der Einfahrt ins Dorf unter Beschuss der Ukrainischen Aufständischen Armee UPA.

Generalmajor N.A. Osetrov, Leiter der Spionageabwehr (Смерш) der 1. ukrainischen Front, der unter anderem für die Sicherheit des Hauptquartiers verantwortlich war, berichtete am 6. März 1944, dass der Konvoi mit dem Auto Vatutins gegen 19.00 Uhr bei der Einfahrt zum Dorf Miljatin von einer Gruppe von 100 bis 200 Mann überfallen worden war. In der Gegend waren bewaffnete Gruppen ukrainischer Nationalisten besonders aktiv und genossen teilweise die Unterstützung der örtlichen Bevölkerung. Beim Schusswechsel erlitt Vatutin eine Durchschusswunde durch seinen Oberschenkel. Im Lazarett der 13. Armee schlugen die Ärzte eine Amputation des rechten Beins als einzige Möglichkeit zur Rettung des Verwundeten vor, aber Vatutin lehnte ab und starb am 15. April 1944 (16). 

Die Ukrainische Aufständische Armee UPA

Die Ukrainische Aufständische Armee UPA (ukrainisch Українська повстанська армія/ Ukrajinska powstanska armija) stellte den militärischen Flügel der Bandera-Fraktion der Organisation Ukrainischer Nationalisten OUN-B dar. Sie wurde 1942 gegründet und kollaborierte zeitweise mit dem nationalsozialistischen Deutschland, von welchem sie sich Unterstützung für einen unabhängigen ukrainischen Staat erhoffte. Nachdem sich diese Hoffnung zerschlagen hatte, wandte sich die UPA gegen die Wehrmacht. Im Sommer 1943 kam es im Westen der Ukraine zu Kampfhandlungen zwischen der UPA und der Wehrmacht. Zugleich bekämpfte die UPA die Polnische Heimatarmee und die im gleichen Gebiet operierenden Sowjetischen Partisanen (17). Die territorialen Ansprüche der ukrainischen Nationalisten lösten auch Kampfhandlungen und zahlreiche Massaker in Wolhynien, Ostgalizien und im Osten Polens sowie in Teilen Weißrusslands und der Tschechoslowakei aus. In der Zeit von 1942 bis 1944 wurden allein in Wolhynien schätzungsweise 35’000 bis 60’000 und in den übrigen Gebieten der Ukraine möglicherweise bis zu 100’000 ethnische Polen ermordet (18). Darüber hinaus beteiligten sich ukrainische Freiwillige am Massenmord an Juden und sonstigen Gegnern des Nationalsozialismus in den Konzentrationslagern des Dritten Reichs:

„Im KZ Tawniki wurden angeworbene, meist ukrainische Kriegsgefangene zu KZ-Wachmannschaften ausgebildet. Diese sog. Trawniki-Männer kamen unter anderem in den Vernichtungslagern Treblinka, Belzec und Sobibor zum Einsatz. Außerdem unterstützten sie deutsche Einheiten bei Massenerschießungen und der Niederschlagung von Ghettoaufständen wie z.B. in Warschau 1943“ (19). 

Aber nicht nur ukrainische Kriegsgefangene, sondern auch Zivilisten wurden als „Trawniki“ angeworben (20)

Nach dem Krieg setzte die UPA bis 1956 ihren Kampf gegen die Sowjetunion fort und vermochte Teile der Ukraine unter ihre Kontrolle zu bringen. Im Jahr 1947 schlossen die Sowjetunion, Polen und die Tschechoslowakei ein Geheimabkommen, um die UPA gemeinsam zu bekämpfen (21). 

Die Beurteilung der UPA entweder als Unabhängigkeitskämpfer oder als Handlanger des Faschismus und Kriegsverbrecher spaltet seit dem Ende der Sowjetunion und der Unabhängigkeit die Ukraine selbst (22) und belastet die Beziehungen zu Polen und Israel (23). Besonders in der Westukraine setzte seit der Unabhängigkeit 1991 eine Verehrung der UPA ein, aber auch in Kanada, wohin nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs viele Ukrainer auswanderten (24).

Fehlbeurteilung bis heute

Am 1. Juni 2017 beschloss der Kiewer Stadtrat, den Vatutin-Prospekt ausgerechnet nach dem UPA-Offizier Roman Shukhevych in Shukhevych-Prospekt umzubenennen (25). Dieser war erst Kommandeur des „Bataillons Nachtigall“, das zu den berüchtigten Spezialeinheiten des deutschen Nachrichtendienstes gehörte, und später Kommandeur der UPA (26). Im vergangenen Februar wurde das Denkmal Vatutins in Kiew entfernt und ins Luftfahrtmuseum verbracht. An derartigen Entscheidungen führend beteiligt ist der ehemalige Boxer und heutige Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko (27).

Dass Bandera, Shukhevych, Melnyk und andere glaubten, den Teufel mit dem Beelzebub austreiben und konkret das nationalsozialistische Deutschland benutzen können, um die Ukraine von der Sowjetunion loszulösen, war eine Fehlbeurteilung, die ihnen nicht unterlaufen wäre, wenn sie sich mit der nationalsozialistischen Ideologie vertraut gemacht hätten. In diesem Gedankengebäude war die Ukraine nicht als unabhängiger Staat, sondern als Teil des „Lebensraums im Osten“ vorgesehen und die ukrainische Bevölkerung als Sklaven der „Herrenrasse“, genauso wie Russen, Belarussen und die meisten anderen Völker der Sowjetunion. Noch heute, 80 Jahre nach den Ereignissen, an den Weg Banderas und seiner Genossen zu glauben, ist totale Geschichtsvergessenheit oder einfach Dummheit. 

Siehe dazu auch: «So hat meine Großmutter den Holocaust in der Ukraine überlebt» hier anklicken.

Anmerkungen:

  1. Kurzbiographie bei Герой Страны, online unter https://www.warheroes.ru/hero/hero.asp?Hero_id=1059ю
  2. Zu den Operationen in der Sowjetunion der Jahre 1942 und 1943 siehe David M. Glantz: From the Don to the Dnepr: Soviet Offensive Operations, December 1942 – August 1943, London 1992, eingeschränkte Vorschau unter https://books.google.de/books?id=Eg7KAgAAQBAJ&pg=PT401&lpg=PT401&dq=Steppenfront&source=bl&ots=faxQKmadSP&sig=4iY23I8KJKF9EnEaH1mP96Fyt0Y&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiqgeq40-HUAhUFI1AKHQmDCsgQ6AEIWzAK#v=onepage&q=Steppenfront&f=false.
  3. Die Operation „Kleiner Saturn“ wurde in der deutschen Historiographie eher stiefmütterlich behandelt. Siehe «ОПЕРАЦИЯ «МАЛЫЙ САТУРН», bei Cетевое издание НАША ИСТОРИЯ, online unter https://nashahistory.ru/materials/operaciya-malyy-saturn, Алексей Исаев: Высокое значение „Малого Сатурна“: как Красная армия разгромила итальянцев на Дону, bei TASS, 16.12.2022, online unter https://tass.ru/opinions/16603893 В. Гуркин: Разгром немецко-фашистских Войск на Среднем Дону (Операция „Малый Сатурн“), bei: Военно-исторический Журнал, № 5, Май 1972, S. 21 – 27, online unter https://prussia.online/Data/Book/vo/voenno-istoricheskiy-zhurnal-1972-5/%D0%92%D0%BE%D0%B5%D0%BD%D0%BD%D0%BE-%D0%B8%D1%81%D1%82%D0%BE%D1%80%D0%B8%D1%87%D0%B5%D1%81%D0%BA%D0%B8%D0%B9%20%D0%B6%D1%83%D1%80%D0%BD%D0%B0%D0%BB%201972%20%E2%84%9605.pdf, in russischer Sprache. Aus der Armeeabteilung Hollidt wurde im März 1943 die neue 6. Armee gebildet, nachdem die „alte“ in Stalingrad kapituliert hatte.
  4. „Экскурсия в рамках экспозиции операция «Малый Сатурн»“, online unter https://gorodzovet.ru/voronezh/ekskursiia-v-ramkakh-ekspozitsii-event9507006
  5. Zur Schlacht im Kursker Bogen existiert eine ganze Reihe von Darstellungen. Nach dieser Schlacht verlor die deutsche Wehrmacht definitiv die Initiative. Aus neueren Untersuchungen siehe insbesondere Andrew Remson, Debbie Anderson: Mine and countermine operations in the Battle of Kursk, Prepared for U.S. Army Communications-Electronics Command, Night Vision and Electronic Sensors Directorate, 25.04.2000, online unter https://web.archive.org/web/20071208185606/http://www.geocities.com/armysappersforward/kursk.htm mit detaillierter Beschreibung des Verteidigungssystems der Roten Armee. Vgl. auch Valerij N. Zamulin, Viktor V. Zamulin: Das Ende der Schlacht bei Kursk, die sowjetische Sommeroffensive auf Charkow im August 1943 und die Kampfstärke der beteiligten sowjetischen Armeen, bei Portal Militärgeschichte, 23.07.2018, online unter https://www.portal-militaergeschichte.de/sites/default/files/pdf/zamulin_schlacht.pdf.  Die Schlacht von Kursk bewegte den Obersten des Generalstabs Bogislaw von Bonin zu heute noch lesenswetten alternativen Überlegungen über die Verteidigung der Bundesrepublik Deutschland im Kalten Krieg. Siehe Bogislaw von Bonin: Die Schlacht von Kursk – ein Modell für die Verteidigung der Bundesrepublik, in: Der Spiegel. Nr. 48, 1966, S. 42–53, 20.11.1966, online unter https://www.spiegel.de/politik/die-schlacht-von-kursk-ein-modell-fur-die-verteidigung-der-bundesrepublik-a-8553c612-0002-0001-0000-000046415160?context=issue
  6. Ukrainisch Kharkiv.
  7. Siehe „Партизанская Операция «Рельсовая Война»“, bei Диктант Победы, 03.08.2022, online unter https://xn--80achcepozjj4ac6j.xn--p1ai/articles/partizanskaya-operaciya-relsovaya-voyna, in russischer Sprache.
  8. Eigentlich handelt es sich um zwei Ortschaften: Velikyi Bukrin (Великий Букрин) und Malyi Bukrin (Малый Букрин). 
  9. Siehe C. Peter Chen: Battle of Kiev, 3 Nov 1943 – 10 Dec 1943, bei World War II Database, Januar 2006, online unter https://ww2db.com/battle_spec.php?battle_id=148
  10. Hier und im Folgenden С. Алферов: Перегруппировка 3-й гвардейской танковой армии в битве за Днепр (октябрь 1943 г.), bei Военно-исторический журнал, 3 Март 1980, S. 16 – 24, online unter https://prussia.online/Data/Book/vo/voenno-istoricheskiy-zhurnal-1980-3/%D0%92%D0%BE%D0%B5%D0%BD%D0%BD%D0%BE-%D0%B8%D1%81%D1%82%D0%BE%D1%80%D0%B8%D1%87%D0%B5%D1%81%D0%BA%D0%B8%D0%B9%20%D0%B6%D1%83%D1%80%D0%BD%D0%B0%D0%BB%201980%20%E2%84%9603.pdfin russischer Sprache. 
  11. Russisch Высшая Дубечня. Das im Befehl erwähnte Dorf Сваромь (Svarom) dürfte in den Sechzigerjahren dem Bau des Kiewer Stausees zum Opfer gefallen sein. 
  12. С. Алферов: Перегруппировка 3-й гвардейской танковой армии, a.a.O. 
  13. Noch heute verfügt die russische Armee über spezielle Truppenteile der Abc-Abwehr, welche künstlichen Nebel erzeugen und ganze Straßenabschnitte damit einnebeln können. Daneben sind in den Pionierbrigaden Truppenteile vorhanden, die Attrappen von Großgerät aufbauen. 
  14. Siehe Кирилл  Москаленко: На Юго-Западном направлении, Moskau 1973, Kapitel V, „Освобождение Киева“, bei Военная Литература, online unter http://militera.lib.ru/memo/russian/moskalenko-2/05.html; Auszug aus Kirill S. Moskalenko: In der Südwestrichtung Band 2 (1943–45), Ost-Berlin 1975 (russisch) und ОСВОБОЖДЕНИЕ УКРАИНЫ И КРЫМА, ОСВОБОЖДЕНИЕ КИЕВА, bei wwii-soldat.narod.ru/, online unter http://wwii-soldat.narod.ru/OPER/ARTICLES/023-ukraine-002.htm
  15. Siehe Кирилл  Москаленко: На Юго-Западном направлении, Moskau 1973, Kapitel VII. Житомирско-Бердичевская наступательная операция, online unter http://militera.lib.ru/memo/russian/moskalenko-2/07.html. Die Kesselschlacht vonCherkassy ist in der sowjetischen Geschichtsschreibung unter der Bezeichnung Korsun- Shevchenko Operation (Корсунь-Шевченковская наступательная операция) bekannt, siehe „Корсунь-Шевченковская наступательная операция, 24 января – 17 февраля 1944 г.“, unter http://militarymaps.narod.ru/oper_1944.html#5, zur Rovno-Luzk Operation siehe“Ровно-Луцкая наступательная операция, 27 января – 11 февраля 1944 г.“, unterhttp://militarymaps.narod.ru/oper_1944.html#6, alle in russischer Sprache. 
  1. Siehe А. Гогун (Gogun): Как погиб генерал Ватутин, bei Посев, Общественно Политический Журнал, № 5 (1520) май 2004, S. 45 – 47, online unter http://possev.org/jornal/archiv/nomer/ne_04/n405.pdf auf der Basis des Berichts von Osetrovund eines Augenzeugen. Gogun zufolge sind die Erinnerungen Zhukovs in dieser Frage wenig zuverlässig. 
  2. Zu Stepan Bandera siehe Gerhard Gnauck: Der Ukrainer, der Hitler aus dem Ruder lief, bei Die Welt, 15.10.2009, online unter https://www.welt.de/welt_print/kultur/article4853190/Der-Ukrainer-der-Hitler-aus-dem-Ruder-lief.html. Vgl. Siehe Volodymyr Masliychuk: Die Symbolisierung der ukrainischen Vergangenheit: Stepan Bandera und die UPA, bei Heinrich Böll Stiftung, 09.12.2014, online unter https://www.boell.de/de/2014/12/09/die-symbolisierung-der-ukrainischen-vergangenheit-stepan-bandera-und-die-upa
  3. Zur Beteiligung der UPA am Holocaust siehe Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestags: Die Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) und die Ukrainische Aufstandsarmee (UPA) während des Zweiten Weltkrieges; aktuelle Studien zur Beteiligung am Holocaust und an Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung, WD 1 – 3000 – 022/22, 19.07.2022, online unter https://www.bundestag.de/resource/blob/908756/a40b294b8006bf7b3fc97b2295007b79/WD-1-022-22-pdf-data.pdf. Im deutschen Bundestag weiß man folglich um die Problematik des ukrainischen Nationalismus. 
  4. Vincent Hoyer: Der Holocaust in der Ukraine, auf der Homepage der Universität Augsburg, online unter https://www.uni-augsburg.de/de/fakultaet/philhist/professuren/kunst-und-kulturgeschichte/europaische-ethnologie-volkskunde/exkursionen/ukraine-lemberg-czernowitz/der-holocaust-der-ukraine/.
  5. Vgl. die Homepage des United States Holocaust Memorial Museum unter https://encyclopedia.ushmm.org/content/en/article/trawniki
  6. Siehe „Kerenski für die Ukraine“, bei DER SPIEGEL 13/1950, 29.03.1950, online unter https://www.spiegel.de/politik/kerenski-fuer-die-ukraine-a-c68cee0b-0002-0001-0000-000044447753?context=issue. Vgl. „Immer Angst“, bei DER SPIEGEL 44/1959, 27.10.1959, online unter https://www.spiegel.de/politik/immer-angst-a-51068403-0002-0001-0000-000042623068?context=issue
  7. Siehe „65 Jahre UPA begangen“, bei Ukraine-Nachrichten, 15.10.2007, online unter https://ukraine-nachrichten.de/index.php?id=212 und Christian Neef: »Tod den Henkern«, bei DER SPIEGEL 48/2002, 24.11.2002, online unter https://www.spiegel.de/politik/tod-den-henkern-a-0565c77a-0002-0001-0000-000025776824?context=issue
  8. Siehe Hans Monath: Update, Ukraines Botschafter löst Eklat aus: Israel beschuldigt Melnyk der Verharmlosung des Holocaust, bei Tagesspeigel, 01.07.2022, online unter https://www.tagesspiegel.de/politik/israel-beschuldigt-melnyk-der-verharmlosung-des-holocaust-5150428.html. Melnyk ist heute Vize-Außenminister der Ukraine.
  9. Zur Verehrung, die Stepan Bandera, die UPA in Kanada heute zuteil wird siehe Grzegorz Rossoliński-Liebe: Celebrating Fascism and War Criminality in Edmonton, the Political Myth and Cult of Stepan Bandera, in Multicultural Canada, online unter http://www.kakanien-revisited.at/beitr/fallstudie/GRossolinski-Liebe2.pdf. Vgl. Rudolf Guliaew: Ukraine, Nostalgiefest der Waffen SS, Stelldichein im braunen Sumpf, bei World Economy, 06.05.2020, online unter https://www.world-economy.eu/nachrichten/detail/nostalgiefest-der-waffen-ss/
  10. Siehe Алена Момот: В Киеве официально переименовали проспект Ватутина в Шухевича (Übersetzt: „In Kiew wurde der Vatutin-Prospekt offiziell in Shukhevych-Prospekt umbenannt“), bei КиевVласть, 30.06.2017, online unter https://kievvlast.com.ua/news/v_kieve_oficialno_pereimenovali_prospekt_vatutina_v_shuhevicha53527 (russisch). 
  11. Das sogenannte „Bau-Lehrbataillon zur besonderen Verwendung 800“, kurz als „Brandenburger“ bekannt, war die Spezialeinheit des Amts Ausland/Abwehr II (Sabotage und Zersetzung) des Oberkommandos der Wehrmacht und trug bei seinen Einsätzen völkerrechtswidrig oftmals Uniformen des Gegners. Zu diesem Verband siehe Helmuth Später: Die Brandenburger – Eine deutsche Kommandotruppe, München 1982. 
  12. Siehe „Kiew entfernt Denkmal für sowjetischen Befreier“, bei Tagesschau.de, online unter https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-ukraine-donnerstag-207.html#Kiew-entfernt-Denkmal-fuer-sowjetischen-Befreier

Titelbild: Portrait Vatutins, aus „Военное обозрение, История, «Генерал от наступления». Как жил и воевал Николай Ватутин“, online unter https://topwar.ru/156762-general-ot-nastuplenija-kak-zhil-i-voeval-nikolaj-vatutin.html