Information wird Politik
In Moskau diskutieren Journalisten, Nachrichtenagenturen und Medienexperten aus zahlreichen Ländern über Desinformation, künstliche Intelligenz und die Macht über öffentliche Wirklichkeit. Beim Forum „Dialog über Fakes 4.0“ geht es um weit mehr als einzelne Falschmeldungen. Es wird gesprochen über Vertrauen, journalistische Souveränität und wie Informationen geprüft werden können, bevor aus Behauptungen politische Tatsachen werden.
Eine falsche Nachricht braucht heute keine Redaktion mehr. Ein Smartphone genügt. Ein täuschend echtes Video lässt sich erzeugen, eine Stimme klonen, ein Bild verändern und innerhalb von Minuten über Kontinente verbreiten. Die Korrektur kommt später. Wenn sie überhaupt kommt.
Um dieses Problem kreiste am 22. September in Moskau das vierte internationale Forum „Dialog über Fakes 4.0“. (1) Veranstaltungsort war das „Nationale Zentrum Russland“. Rund 2.000 Teilnehmer aus 80 Staaten kamen zusammen. (2) Vertreten waren unter anderem die USA, China, Brasilien, Argentinien, Frankreich, Spanien, die Niederlande, Südkorea, Indien, Pakistan, Iran, Irak, Indonesien, Ägypten, Nigeria, Südafrika, Kasachstan, Kirgisistan, Venezuela und Mexiko. (3) Als Referenten waren rund 70 Experten aus Fachbehörden, internationalen Organisationen, Technologieunternehmen, Medien und Fact-Checking-Projekten angekündigt. (4) Damit reichte das Teilnehmerfeld weit über Russland und seine unmittelbaren Partnerstaaten hinaus.
Mechanismus der westlichen Welt
Das Programm zeigte, wie weit der Begriff „Desinformation“ inzwischen reicht. In parallelen Sitzungen ging es um Deepfakes und Medienkompetenz, Cyberbetrug und die Anwerbung Minderjähriger über digitale Plattformen, generative künstliche Intelligenz in Unternehmen, Urheberrecht und KI-generierte Kunst, die Informationswelt Jugendlicher, Vertrauen in digitale Plattformen, die Zukunft journalistischer Berufe und den Schutz von Wahlen im digitalen Raum. (1) Zwei Gesprächsrunden des „Global Fact-Checking Network“ (GFCN) widmeten sich der Frage, wie Gesellschaften Desinformation erkennen können, bevor sie Wirkung entfaltet – und was sich aus bereits eingetretenen Fällen lernen lässt. (4)
Am Vortag hatten der Präsident des GFCN, Wladimir Tabak, und Andrej Kondraschow, Generaldirektor der Nachrichtenagentur „TASS“ und Präsident der „Organisation der Nachrichtenagenturen Asiens und des Pazifiks“ (OANA), ein Kooperationsmemorandum unterzeichnet. GFCN und OANA wollen Verifikationswissen austauschen und gemeinsame Verfahren gegen Desinformation entwickeln. (5) (6) Damit erhielt das Forum einen institutionellen Hintergrund. Aus Gesprächen über Fakes soll eine internationale Infrastruktur zur Überprüfung von Informationen entstehen.
Den politischen Ausgangspunkt setzte der russische Außenminister Sergej Lawrow. Sein Vortrag beschäftigte sich weniger mit einzelnen journalistischen Fehlern als mit einem Mechanismus, den er in der westlichen Informationspolitik erkennt.
Angst vor ehrlicher Konkurrenz
Information werde dabei nicht erst abschließend geprüft und anschließend politisch bewertet. Nach Lawrows Darstellung könne die Reihenfolge umgekehrt verlaufen. Eine Anschuldigung werde innerhalb weniger Tage massiv verbreitet, daraus folgten politische Konsequenzen, alternative Informationen erhielten kaum noch vergleichbare Öffentlichkeit. Wenn die Aufmerksamkeit nachlasse, blieben die bereits geschaffenen politischen Tatsachen bestehen.
Lawrow formulierte das ungewöhnlich knapp. Der Sinn dieser Informationspolitik bestehe darin, einen Vorwurf „innerhalb von ein, zwei, drei Tagen“ zu einer gewaltigen Angelegenheit aufzublasen und anschließend den Zugang zu „alternativen Bewertungen“ und Informationen zu begrenzen. Spätere Korrekturen verschwänden bestenfalls auf hinteren Zeitungsseiten. (8)
Als Beispiele nannte er Salisbury, den Fall Alexej Nawalny, aktuelle Drohnenvorwürfe und Butscha. Russland habe wiederholt Unterlagen, Analysen oder überprüfbare Ausgangsdaten verlangt und nach seiner Darstellung keine ausreichenden Antworten erhalten. Sein zentraler Vorwurf lautet damit, Russland werde nicht nur öffentlich beschuldigt, es werde aus der gemeinsamen Tatsachenfeststellung ausgeschlossen. (8)
Für die Ursachen dieser Entwicklung gab Lawrow eine grundsätzliche Erklärung. Die „Verschleierung“ und „Verzerrung“ von Informationen seien Ausdruck einer umfassenderen „Angst vor ehrlicher Konkurrenz“. Er übertrug diese Diagnose auf Wirtschaft, Sanktionen, Diplomatie, internationale Organisationen, Sport und Kultur. Informationsmacht erscheint in dieser Sicht als Teil des Ringens um politische und wirtschaftliche Macht in einer sich verändernden Weltordnung. (8)
Butscha nahm innerhalb seiner Rede besonderen Raum ein. Lawrow verwies auf den wenige Tage zuvor vorgestellten Bericht des von Maxim Grigorjew geleiteten „Internationalen Öffentlichen Tribunals“. (9) Dessen Autoren haben Namen auf der Gedenkstätte für „Friedliche Zivilisten“ in Butscha mit ukrainischen Datenbanken, Medien, staatlichen Portalen und Nachrufen abgeglichen. Lawrow erklärte, bereits eine erste Auswertung habe dort „Dutzende Namen“ von Angehörigen der ukrainischen Streitkräfte, des SBU, der Territorialverteidigung, der Polizei, der Nationalgarde und des Asow-Verbandes ergeben. Zusätzlich hätten mehr als 70 Namen überhaupt keine digitale Spur. (8) (10)
Informationsraum vor Manipulation schützen
Nach Lawrows Rede wechselte die Perspektive. Die von der Journalistin Maria Petraschko moderierte Plenarsitzung trug den Titel „Internationale Zusammenarbeit im Informationsbereich: Von einzelnen Projekten zu gemeinsamer kognitiver Souveränität“. Auf dem Podium saßen Medienvertreter aus Russland, Vietnam, Kuwait, Malaysia und Brasilien.
Andrej Olegowitsch Kondraschow begann historisch. „TASS“ sei 1904 während des Russisch-Japanischen Krieges entstanden, als die Berichterstattung über Russland wesentlich von deutschen, französischen und britischen Agenturen geprägt worden sei. Für ihn gehört die Möglichkeit eines Landes, Informationen selbst zu gewinnen und zu verbreiten, deshalb zur staatlichen Souveränität. Er bezeichnete „kognitive Souveränität“ als die Fähigkeit von Ländern und Gesellschaften, ihren kulturellen und historischen Informationsraum vor äußerer Manipulation zu schützen und „auf der Grundlage überprüfter Fakten“ ein eigenes Bild der Welt zu entwickeln. (7) Dabei setzt Kondraschow nicht auf nationale Abschottung. Sein Modell ist Vernetzung.
OANA umfasst nach seinen Angaben 41 Nachrichtenagenturen aus 33 Staaten. Auf die Mitgliedsländer entfielen rund zwei Drittel des weltweiten Nachrichtenflusses. (7) Politisch sehr unterschiedliche Staaten arbeiten darin zusammen – Kondraschow nannte ausdrücklich Nordkorea, Iran, Japan und Südkorea. Hierin sieht er die Besonderheit des Verbands. Außenpolitische Differenzen sollen die professionelle Kooperation der Nachrichtenagenturen nicht verhindern.
Der am Vortag geschlossene Vertrag zwischen OANA und GFCN soll deshalb kein symbolisches Memorandum bleiben. GFCN-Verifikation soll den Mitgliedsagenturen zugänglich werden. Kondraschow wandte sich zugleich gegen pauschale Glaubwürdigkeitsbewertungen aufgrund der Eigentumsform eines Mediums. Die Verbindung eines Mediums mit einem Staat könne kein hinreichendes Kriterium dafür sein, seine Informationen als unglaubwürdig zu markieren. Seine Alternative lautet, die konkrete Information prüfen.
Kooperation mit Agenturen
Wie politisch die Frage nach Informationssouveränität werden kann, schilderte Kondraschow anhand einer persönlichen Beobachtung. Bei einem BRICS-Mediengipfel in Johannesburg habe er in dem Hotel, in dem die Delegationen untergebracht waren, südafrikanische Zeitungen gesehen, deren Titelseiten BRICS und einzelne Mitgliedstaaten scharf angriffen, teilweise mit Karikaturen. Kondraschow führte das auf Eigentumsverhältnisse zurück. Zahlreiche afrikanische Medien gehörten westlichen Medienkonzernen und bewegten sich deshalb innerhalb deren publizistischer Vorgaben.
Seine Frage an das Publikum war entsprechend knapp, „wo bleibt die Informationssouveränität des Landes?“ TASS baut deshalb seine Kooperation mit Agenturen in Afrika, den GUS-Staaten und im asiatisch-pazifischen Raum aus. Abkommen mit indischen, vietnamesischen und koreanischen Agenturen enthalten inzwischen ausdrücklich die gemeinsame Bekämpfung von Desinformation. (7)
Wer entscheidet, was als verifiziert gilt
Pepe Escobar, brasilianischer geopolitischer Analyst und langjähriger Auslandskorrespondent, brachte eine andere Erfahrung auf die Bühne. Er stellte sich selbst mit einer Mischung aus Ironie und Melancholie vor. „Ich vertrete einen aussterbenden Beruf, Auslandskorrespondent. Ich bin einer der Letzten.“ Viele seiner früheren Kollegen seien gestorben oder hätten den Beruf verlassen. Geblieben sei bei ihm, sagte Escobar, „eine Art Anarchist“, der ihn weiterarbeiten lasse. Sein Einwand traf einen neuralgischen Punkt jeder organisierten Bekämpfung von Desinformation. Wer erhält die Autorität, Wahrheit von Falschheit zu unterscheiden?

Escobar beschrieb den Konflikt zwischen Regierungen, großen Medienkonzernen und den digitalen Plattformen des Silicon Valley. Wenn Regierung und Medien einander selbst der Verbreitung von Fake News beschuldigten, stelle sich zwangsläufig die Frage, „Wer wird das überwachen? Wer wird die Linien ziehen und wer wird der Schiedsrichter sein?“ (7)
Noch schwieriger werde es, wenn große Plattformunternehmen selbst entscheiden könnten, welche Informationen verbreitet, begrenzt oder gekennzeichnet werden. Sie seien dann nicht nur technische Vermittler, sondern zugleich Regelsetzer und Schiedsrichter. Damit setzte Escobar einen anderen Akzent als Lawrow. Während der Außenminister Informationsmacht vor allem geopolitisch beschrieb, richtete Escobar den Blick auf die Institution, die entscheiden darf, was als verifiziert gilt.
Kann nicht mehr national organisiert werden
Mohammad al-Mannai, amtierender Generaldirektor der staatlichen „Kuwait News Agency“ (KUNA), näherte sich demselben Problem aus dem journalistischen Alltag. Im Nahen Osten gehören digitale Plattformen und Messenger zu den wichtigsten Nachrichtenwegen. Informationen verbreiten sich nahezu augenblicklich. Zugleich können sprachliche Nuancen in einem politisch und kulturell sensiblen Umfeld erhebliche Wirkung entfalten.
Al-Mannai leitete daraus eine klassische Aufgabe der Nachrichtenagentur ab. Meldungen müssten vor ihrer Weitergabe überprüft, korrekt interpretiert und professionellen Regeln unterworfen werden. Nachrichtenagenturen dürften nicht selbst zum Ausgangspunkt falscher Informationen werden. Für KUNA bedeute dies, technische Möglichkeiten mit journalistischer Ethik zu verbinden. Mit Deepfakes wachse zugleich die Bedeutung internationaler Kooperation zwischen Agenturen. Prüfung und Gegenprüfung könnten nicht mehr ausschließlich national organisiert werden.
Öffentlichkeit prüft Quellen kritisch
Die Generaldirektorin der malaysischen Nachrichtenagentur „Bernama“, Nur-ul Afida Kamaludin, brachte eine andere Erfahrung ein. Malaysia ist ein mehrsprachiges und multikulturelles Land, in dem Nachrichten vor allem über Messenger und soziale Netzwerke zirkulieren. Manipulierte Informationen können dort religiöse, kulturelle und gesellschaftliche Spannungen unmittelbar verstärken. Künstliche Intelligenz verschärfe dieses Problem. Videos ließen sich fälschen, Stimmen klonen und künstliche Inhalte nahezu unbegrenzt produzieren und verbreiten.
Für Kamaludin verändert das die Funktion klassischer Nachrichtenagenturen. Geschwindigkeit sei längst kein Monopol professioneller Medien mehr. Ihre eigentliche Währung sei Vertrauen – gegründet auf „Genauigkeit, Verifikation, Ehrlichkeit, Ausgewogenheit, Transparenz und Rechenschaftspflicht“. Malaysia habe dafür eigene Fact-Checking-Strukturen aufgebaut. Regulierung und die Verantwortung digitaler Plattformen gehörten dazu, reichten allein jedoch nicht aus. Entscheidend sei eine Öffentlichkeit, die Quellen kritisch prüft und versteht, warum eine Information falsch sein kann und wie sich ihre Herkunft überprüfen lässt.
Internationale Kooperation soll nach ihrer Vorstellung deshalb praktisch werden. Nachrichtenagenturen könnten direkte Verifikationskanäle einrichten, Ansprechpartner austauschen und Angaben über Behörden, Regierungen oder grenzüberschreitende Ereignisse unmittelbar im Herkunftsland prüfen. Hinzukommen sollen gemeinsame Verfahren zur Erkennung von Deepfakes, KI-generierten Inhalten und manipulierten Geodaten sowie Ausbildung in diesen Techniken. Künstliche Intelligenz könne Recherche und Analyse beschleunigen, sagte Kamaludin, müsse aber Werkzeug des Journalisten bleiben – „diese Sphäre muss immer beim Menschen bleiben.“
Dann formulierte sie einen Grundsatz, der über technische Methoden des Fact-Checkings hinausgeht. „Es gibt einen Unterschied zwischen Meinungen, Interpretationen und Fakten. Unsere Verantwortung besteht nicht darin, den Menschen zu sagen, was sie denken sollen. Wir müssen verlässliche Fakten bereitstellen, damit sie selbst über diese Fakten urteilen können.“ (7)
Auch internationale Zusammenarbeit bedeute deshalb keine Vereinheitlichung. Unterschiedliche Kulturen, politische Systeme und Medienräume müssten nicht dieselbe Sichtweise hervorbringen. Kooperation bedeute zunächst, eine überprüfbare Tatsachengrundlage herzustellen.
Überschätzung eigener Widerstandsfähigkeit
Auch die vietnamesische Nachrichtenagentur „VNA“ stellte die internationale Zusammenarbeit in den Mittelpunkt. Die gemeinsame Herausforderung seien nicht allein erfundene Meldungen, sondern Deepfakes und immer leistungsfähigere technische Manipulationen. Nationale Agenturen müssten ihre Verifikationsverfahren stärken und zugleich miteinander kooperieren.
Der gemeinsame Nenner mit KUNA war bemerkenswert traditionell. Bei aller Technologie bleibt die erste Pflicht einer Nachrichtenagentur, selbst keine ungeprüfte Information in den Kreislauf einzuspeisen. Internationale Vernetzung beginnt damit nicht beim Löschen problematischer Inhalte, sondern eine Stufe früher – bei der Qualität des Ausgangsmaterials.
Wladimir Tabak, Generaldirektor von „Dialog“ und „Dialog Regionen“ sowie Präsident des GFCN, verschob den Schwerpunkt schließlich vom professionellen Journalismus zum Publikum. Rund 80 Prozent der von seiner Organisation Befragten gäben inzwischen an, den Begriff Deepfake zu kennen. Das bedeute jedoch nicht, dass sie solche Manipulationen zuverlässig erkennen könnten. Nach Tabaks Beobachtung überschätzen Menschen ihre eigene Widerstandsfähigkeit.
Besonders anschaulich wurde das bei einer Untersuchung über Cyberkriminalität und Kinder. Die meisten Eltern hätten geglaubt, andere Kinder könnten Opfer entsprechender Manipulation werden – das eigene Kind jedoch kaum. Und sollte es doch geschehen, werde es sich den Eltern anvertrauen. „Aber das geschieht nicht.“ Für Tabak liegt darin ein grundsätzliches Problem. Menschen wissen inzwischen viel über Manipulation und halten sich gerade deshalb mitunter für weniger verwundbar, als sie tatsächlich sind. (Hervorhebung durch die Redaktion.)
Grundlegender Wandel
Milliarden ungeprüfter oder falscher Nachrichten ließen sich nicht einzeln widerlegen. Zwischen Nutzer und Informationsstrom existiere längst kein vollständiger journalistischer Filter mehr. Medien könnten diese Funktion nur noch teilweise erfüllen. Tabak verglich Medienkompetenz deshalb mit einem Erste-Hilfe-Kurs. (7) Niemand könne garantieren, nie in eine Notsituation zu geraten. Entscheidend sei, im Ernstfall zu wissen, was zu tun ist. Dasselbe müsse für Informationen gelten. Quellen prüfen, Widersprüche erkennen und auch innehalten, bevor etwas weiterverbreitet wird.
Gleichzeitig kündigte er den ersten internationalen GFCN-Standort in Dubai an. Das Netzwerk solle über seine russische Basis hinaus einen Treffpunkt für Medien und Experten verschiedener Staaten erhalten. Für Tabak ist dabei nicht die Organisation selbst das wichtigste Kapital und meinte, „das Wertvollste, was dieses Projekt heute hat, sind die Menschen.“ Weitere gemeinsame Recherchen, Bildungsprojekte und internationale Kooperationen sollen folgen.
Tabak formulierte zugleich eine politische Konsequenz. Für Informationskriege gebe es bislang keine mit anderen Konfliktbereichen vergleichbaren internationalen Regeln. (7) Da Informationsoperationen inzwischen Bestandteil realer Kriege seien, hält er eine solche Regulierung für notwendig.
Damit erklärt sich auch die ungewöhnliche Breite des Moskauer Forums. Dahinter steht ein grundlegender Wandel. Nachrichtenagenturen konkurrieren längst nicht mehr nur mit anderen Redaktionen. Sie konkurrieren mit Plattformen, Influencern, anonymen Kanälen, automatisierten Accounts und künstlich erzeugten Stimmen, Bildern und Videos. Gleichzeitig können Staaten, Unternehmen und Plattformbetreiber selbst zu Akteuren des Informationskonflikts werden.
„Dialog über Fakes 4.0“ führte damit zu einer alten journalistischen Aufgabe unter neuen technischen und geopolitischen Bedingungen zurück. Tatsachen müssen überprüfbar bleiben. Denn wo Behauptungen politische Wirklichkeit erzeugen können, wird die Möglichkeit ihrer unabhängigen Prüfung selbst zu einer Machtfrage.
Quellen und Anmerkungen: (abgerufen am 23.Sept 2026)
1.) Offizielles Programm „Dialog über Fakes 4.0“, 22. September 2026: https://fakes2026.dialog.info/en/
2.) GFCN, Ankündigung des Forums: https://globalfactchecking.com/the-dialog-about-fakes-4-0-forum-will-take-place-in-moscow-on-september-22/
3.) Wedomosti, 22. September 2026: https://www.vedomosti.ru/society/news/2026/09/22/1230863-dialog-sobral
4.) GFCN: https://globalfactchecking.com/dialog-about-fakes-4-0-watch-live-streams-of-all-sessions/
5.) Bernama, Memorandum OANA/GFCN, 21. September 2026: https://www.bernama.com/en/world/news.php?id=2610062
6.) Qatar News Agency, OANA-Kooperation: https://qna.org.qa/en/news/news-details?date=21%2F09%2F2026&id=qna-director-general-participates-in-media-forum-marking-oanas-65th-anniversary
7.) Plenarsitzung „International Cooperation in the Information Sphere“, Livestream, about Min 40:39: https://vk.ru/wall-208719014_490523
8.) Eröffnungsrede Sergej Lawrows, 22. September 2026, ab Min 16:11: https://vk.ru/wall-208719014_490523
9.) Fonds zur Erforschung von Demokratieproblemen, Vorstellung des Butscha-Berichts, 17. September 2026, Maxim Grigorjew: https://www.democracyfund.ru/new.php?id=611
10.) Bericht „Наследники Геббельса: фальсификация событий в Буче…“: https://www.democracyfund.ru/publishing.php