Zurück ins Mittelalter: Wie religiöse Fundamentalisten die Weltpolitik terrorisieren
Weltweit finden Ereignisse statt, die uns absurd erscheinen. Deren Beweggründe übersehen wir in Deutschland häufig, weil diese in unserem wissenschaftlich-rationalen Weltbild nicht existieren. Ich meine konkret den Einfluss von extremistischen Religionen auf Gesellschaft und Politik.
Viele Teile der Welt sind geprägt vom Einfluss der drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam. Und in allen dreien hält sich hartnäckig die Vorstellung, dass ihre Anhänger etwas Besonderes, das von Gott auserwählte Volk seien. Sie fühlen sich über allem stehend und meinen tun und lassen zu können, was sie für richtig halten. Alle anderen seien minderwertig, untergeordnet und dazu da, den Auserwählten zu dienen. Dass das ein völlig antiquiertes und asoziales Weltbild auf religiöser Basis ist, sehen sie nicht. Das ist allerdings bei den verschiedenen Strömungen unterschiedlich ausgeprägt.
Bei den Christen trifft dies besonders auf die evangelikale Fraktion zu.
Zahlreiche Gemeinschaften dieser Menschen wanderten aus nach Nordamerika, die früher in ihrem Heimatland nicht geduldet wurden. In Amerika konnten sie sich entfalten und haben heute einen erheblichen Einfluss. Ein Viertel aller US-Amerikaner gehört den evangelikalen Gemeinschaften an. Hier eine weitere zentrale Vorstellung: „Wenn du Erfolg hast, zeigt das, dass Gott mit dir ist.“ Viele interpretieren das so, dass man sich herausnehmen kann, was man will, um Erfolg zu haben. Und Erfolg besteht z.B. darin, geschickt an das Geld Anderer heranzukommen. So ähnlich ist auch die Erfolgs-Philosophie der meisten Vertreter der Geld-Elite: “Wenn du erkennst, dass du irgendwo einen Vorteil haben kannst, dann tue es, denn sonst tut es ein anderer.“
Handelt es sich hierbei wirklich um Religionen? Diese lehren doch Begriffe wie Liebe, Toleranz und Mitgefühl? Manche Menschen fragen sich auch, ob man bei diesen Kräften in den USA noch von Zivilisation und Kultur sprechen kann?
In den USA hat Trump eine eigene Pastorin, Paula White-Cain, die ihm spirituell zu Seite steht. Diese Dame hat nie Theologie studiert, aber eine eigene Kirche gegründet. Nach einem Bankrott löste sie die auf und gründete danach eine neue. Sie steht für eine bedeutende rechte, christlich-nationalistische Strömung des amerikanischen Christentums.
In breiten Kreisen herrscht die Vorstellung, die USA sei von und für weiße, konservative Christen gegründet.
Eine eigenartige Bewegung, die „Seven Mountains Mandate“, verbreitete sich seit den späten 90er Jahren in den USA. Danach setzt Gott auch heute noch neue Apostel und Propheten ein, die die Christenheit anführen sollen, aber nicht nur im spirituellen Sinne. Ziel ist es, die Gesellschaft zurückzuerobern. Die Anhänger der „Kirche“ sollen 7 gesellschaftliche Bereiche unter ihre Kontrollen bringen: Familie, Religion, Bildung, Medien, Unterhaltung, Wirtschaft und Regierung. Erst dann könne Gottes Reich auf Erden anbrechen. Gelingen soll das durch eine „geistliche Kriegsführung“, also mehr als Gebete sprechen. Danach tobe ein Krieg zwischen Gott und Satan um den Einfluss auf die Menschen. Man kämpft gegen vermeintliche Dämonen, die einzelne Politiker, Städte oder Branchen besetzt halten, z.B. LBGTQ-Aktivisten, die Anwälte des teuflischen Einflusses seien. Man will ihre Macht brechen und holt Engel aus anderen Teilen der Welt zu Hilfe.
Manche dieser Gruppen träumen von Armageddon, dem Endkampf, den sie im Irak-Krieg und davor zu führen meinten, und dass das alte heilige Land wieder von Juden besiedelt wird, weil erst dann der Messias wiederkommen könne. Hier liegt der Grund für die enge Verknüpfung und Unterstützung Israels durch fundamentalistische Christen in den USA. Trump passt hier nahtlos hinein und er spielt diese Rolle ganz gut. Dass sich Trump unmoralisch und den christlichen Werten entgegengesetzt verhält, ist für diese „Christen“ kein Widerspruch. Auserwählte seien keine Heiligen, sondern Werkzeuge, die keine moralische Reinheit brauchten. Sie müssten nur Wirkung zeigen und auf ihrem Weg zum Ziel führen. So erfolgte Ostern 2026 im Oval-Office das Handauflegen mehrerer Pastoren, die Trump als „the chosen one“ bezeichneten.
Und mit Vertretern dieser Richtung in wichtigen politischen Ämtern ist Amerika reich gesegnet, was für mächtigen Einfluss sorgt. Pete Hegseth, der Verteidigungsminister, zeigt gerne seinen tätowierten Körper mit der US-Flagge, dem hebräischen Namen „Jesus“ und dem Kreuzfahrer-Motto „Deus Vult“ (Gott will es).
Für den europäischen Beobachter ist all dies äußerst befremdlich. Steht Trump tatsächlich unter dem Einfluss religiöser Fanatiker oder spielt er Theater, um sich die Unterstützung ihrer Anhänger zu sichern? Bedeutet für ihn „America first“ und „MAGA“ die Konzentration auf die Bedürfnisse der US-amerikanischen Bevölkerung oder die Sicherung der globalen Vorherrschaft von „Good’s own country“? Wie immer man auch die Fragen beantwortet: Welches Ziele verfolgt die US-Regierung mit Drohungen, Erpressungen, Sanktionen, Unterwanderungen, Entführungen, Kriegen….Gewalt statt Recht?
Unsere Politiker wissen das und zeigen keinerlei Selbstbewusstsein, sich dem entgegen zu stellen. Wenn nur einige der Vasallen-Politiker an einem Strang ziehen würden, geriete die US-Regierung in Schwierigkeiten. Aber durch ihre engen Netzwerk-Verbindungen würden sie bei einem Verlassen der gemeinsamen Linie zu Außenseitern. Die Interessen der USA sowie Israels werden in den Medien unverständlicherweise als vorbildhaft lobgehudelt.
Die zionistische bzw. jüdische Lobby in den USA besteht aus einer Gruppe von Einzelpersonen und Institutionen, die vor allem die amerikanische Außenpolitik auf eine mächtige Weise lenken, um die Interessen Israels zu verwirklichen und die der anderen arabischen Staaten zu sabotieren. Sie ist insbesondere im Kongress und im Weißen Haus allgegenwärtig. Diese Lobby besteht nicht nur aus den jüdischen Amerikanern, sondern auch aus Einzelpersonen oder Gruppen, sog. christlichen Zionisten. Das „American Israel Public Affairs Committee“ (AIPAC) ist die wichtigste, pro-zionistische und einflussreichste Lobby. Nicht nur Donald Trump hat sie in Einfluss genommen, sondern es war ihr gelungen, alle Diskussionen in den Vereinigten Staaten über den zionistischen Staat zum Schweigen zu bringen. Sie kontrolliert den US-Mainstream seit Jahrzehnten.
Auch im Judentum und besonders in Israel ist der Einfluss religiöser Fanatiker zu beobachten. Eine besondere Rolle spielen ultra-orthodoxe Juden:
Können Sie sich vorstellen, dass in einigen Stadtteilen Jerusalems eine religiöse Minderheit beschließt, dass Männer und Frauen nicht denselben Gehsteig benutzen dürfen und eine Geschlechtertrennung herrschen muss? Demnach dürfen Frauen nur bestimmte Straßen benutzen und wer sich nicht an diese Regeln hält, wird beschimpft und bedroht.
Eine Stadträtin klagte dagegen beim Obersten Gerichtshof und bekam Recht. Sie wurde dennoch vom Bürgermeister gefeuert, der Repressalien befürchtete. Als die Polizei zur Durchsetzung dieses Urteils in das Stadtviertel einrückt, wurde sie mit Steinen beworfen und von Balkonen mit Betonblöcken „begrüßt“, wobei es Verletzte gab. Niemand wurde festgenommen, weil die Macht dieser Minderheit zu groß geworden ist.
Fromme Juden genießen seit der Staatsgründung viele Privilegien, damit sie den Staat und die Regierung unterstützen. Wer sein Leben dem Studium der heiligen Schriften widmet, muss weder arbeiten, noch Militärdienst leisten. Sie werden von den Steuerzahlern finanziert. Und da der Staat Israel ohne die großzügigen Zuwendungen aus USA und Deutschland nicht existieren kann, auch von uns! Seit 1954 sind das offiziell mehr als 80 Milliarden Euro!
Nachdem ein Gesetz verabschiedet wurde, das diese Juden auch zum Militärdienst zwingt, wurde jüngst das „Thorastudium als Grundrecht des jüdischen Volkes und des Staates Israel“ gesetzlich verankert. D.h. dass das Studium religiöser Texte vom Staat geschützt wird. Dies war ein strategischer Schachzug von Premier Netanjahu, um sich vor der Parlamentswahl die Unterstützung der Ultraorthodoxen zu sichern.
Schon vor Gründung des Staates Israel übten jüdische Siedler gegen die dort lebenden Palästinenser Gewalt aus und fahren bis heute unter dem Schutz der israelischen Armee damit fort. Der Überfall der Hamas im Oktober 2023 bot einen willkommenen Anlass zur „Räumung“ des Gaza-Streifens.
Israel und die USA kann man fast als „Brüder im Geiste“ bezeichnen und sie sind seit etwa 85 Jahren für fast alle großen Kriege verantwortlich. Würde Deutschland keine Waffen und kein Geld an Israel liefern, wäre dessen Regierung gezwungen, mit den Nachbarn eine friedliche Koexistenz anzustreben. Aber den Radikalen fehlt es anscheinend an der Einsicht, dass auch Andersgläubige Menschen sind, die gleiche Rechte auf Achtung ihrer Würde, Sicherheit, Entfaltung und Eigentum haben. Hass gegen Palästinenser wird geschürt. Wer all das kritisiert –und das tun auch etliche Juden- wird des Antisemitismus bezichtigt oder gar als Nazi beschimpft.
Mittlerweile vertreten etliche israelische Politiker wie auch die zionistischen Unterstützer in der USA die Vorstellung, dass sie ein Recht auf das von ihnen vor 2000 Jahren bewohnte Gebiet hätten! Es bezieht sich auf die biblisch beschriebenen Grenzen des antiken Königreichs Salomon. Dieses „Greater Israel“ umfasst daher nicht nur das Westjordanland, sondern auch Gebiete in den heutigen Staaten Jordanien, Türkei, Irak, Libanon und Syrien. Die Rechte der seit 2000 Jahren dort wohnenden Bevölkerungen werden ignoriert. Aktuell (19.8.26) die Äußerungen des israelischen Sicherheitsministers Ben-Gvir über gezielte Tötungen von Palästinensern: “Menschen, die es nicht verdient haben, zu leben. Sie sind nicht einmal Menschen.“ Das war allerdings auch Mitgliedern der Bundesregierung zu viel (15.8.26).
Hier decken sich die Vorstellungen US-amerikanischer und israelischer Fundamentalisten: Beide halten das eigene Volk für von Gott auserwählt. In einem ursprünglichen Sinne bezeichnet Fundamentalismus Richtungen bzw. Bewegungen des amerikanischen Protestantismus, die davon ausgehen, dass die Bibel als unmittelbares Wort Gottes irrtums- und fehlerfrei sei! Ihre ideologische Orientierung wird absolut gesetzt und sie kämpfen um eine gesellschaftliche Vormacht. Fundamentalismus richtet sich häufig gegen Andersgläubige.
Die Hamas ist relativ jung und war die Antwort des Widerstandes gegen Israel und deren gewalttätige Bemächtigungs- und Unterdrückungspolitik. Da war es natürlich, dass sich hier schon früh ein militanter Widerstand manifestierte. Deutschland und auch die übrige Welt hat diese Tatsachen weitestgehend geleugnet.
Passend dazu, dass Israel Expansionsgelüste mit dem Ziel Groß-Israel hat! Wer verteidigt die Existenzberechtigung arabischer Staaten, die durch größenwahnsinnige Ansprüche Israels gefährdet sind? Man darf nicht einseitig nur das Existenzrecht Israels verteidigen!
Die Zionisten verheimlichen das Ziel eines „Greater Israel“ gar nicht mehr, provozieren dadurch natürlich Proteste der betroffenen Länder bis hin zu angeblichen Vorbereitungen in der Türkei auf einen Krieg mit Israel. Heute kam die Nachricht (22.8.26), dass die Türkei Netanjahu zur internationalen Fahndung hat ausschreiben lassen.
Westliche Stimmen propagieren einen religiös extremistischen Hintergrund Irans mit dem Ziel der Vernichtung Israels. Um einen fundamentalistischen und politischen Islam im Iran richtig darzustellen, bräuchte man umfassende und verlässliche Informationen. Wie sicher und verlässlich sind diesbezüglich westliche Informationen, weil schon seit sehr langer Zeit die USA permanent die politischen und gesellschaftlichen Strukturen dort zu bestimmen versuchen. Was ist Realität, was Propaganda?
Ist doch der Besitz der Erdölquellen außerordentlich interessant. Und dazu die historisch analogen Aktionen im Irak, Libyen, Venezuela, Russland, Afghanistan (Bodenschätze sowie strategische Lage). Schon die Engländer hatten vor dem 1. Weltkrieg erkannt, dass das Erdöl von Mossul dem Deutschen Reich einen erheblichen Vorteil bringen würde; und sprengten wenige Wochen vor Kriegsbeginn die zum Transport dienende Baghdad-Bahn in die Luft.
Alleine die Schlüsselbehauptung, dass der Iran Israel angreifen wollte, beruht auf Falsch-Informationen: Am 26.10.2005 zitierte der damalige iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad in einer Rede auf der Konferenz mit dem Thema: „Die Welt ohne Zionismus“ den religiösen Führer Ayatolla Khomeini mit der angeblichen Aussage „Israel muss von der Landkarte weggewischt werden“. Diese Übersetzung wurde vom „Middle East Media Research Institut“ (Verbindung zum israelischen MOSAD) geliefert. Die richtige Übersetzung muss aber lauten: „Dieses Regime, das Jerusalem besetzt, muss von den Seiten der Geschichte entfernt werden.“ Es ist bezogen auf das israelische Besatzungssystem und fordert das Ende der Besatzung Jerusalems. Khomeini selbst hat sich wenige Tage danach um Schadensbegrenzung bemüht und gesagt: “Iran wird gegen keine Nation eine Aggression begehen.“
Man kann vom Islam im Iran halten, was man will, seine Repräsentanten auch als Fundamentalisten bezeichnen, aber welcher Krieg ist in den letzten Jahrzehnten von einem islamischen Land ausgegangen?
Der Iran hatte vor der „Operation Epic Fury“ seit Jahrhunderten kein Land angegriffen. Und auch nach den schweren Bombenangriffen Israels und der USA im Sommer 2025 und nach dem 28.2.26 nur reagiert, obwohl die Aggressoren zahlreiche politische Führer ermordet hatten. Ein Vorgang, der in der neueren Zeit keines Gleichen hat. Diese Taten verletzen das Völkerrecht und untergraben die internationale Ordnung.
Wenn sich palästinensische (muslimische) Menschen gegen den israelischen Staat und die von ihm geschützten Siedler wehren, liegt die Ursache in der Regel in Besitzansprüchen und Übergriffigkeiten gegenüber ihren Mitmenschen (Palästinenser und Israelis sind übrigens beide „Semiten“), was seit der Gründung des Staates Israel geschieht.
Die israelische Regierung und die USA haben vermutlich recht unterschiedliche Motive für ihre Aggressionen gegen den Iran. Das Atomprogramm ist wahrscheinlich ein Vorwand, der sich propagandistisch gut nutzen lässt. Seit Jahrzehnten behauptet Netanjahu, dass der Iran kurz vor dem Bau einer Atombombe stehe.
Für die USA geht es wohl um die Kontrolle des iranischen Öls durch Installation einer Marionettenregierung nach der Strangulierung der iranischen Wirtschaft durch Sanktionen, vielleicht um die Kappung der durch den Iran verlaufenden Teile von „Belt and Road“, die Kontrolle eines strategisch bedeutenden Landes im Kampf gegen Russland und China.
Auch bei den illegalen und verbrecherischen Maßnahmen gegen Venezuela mit der Entführung von Präsident Maduro unter dem Vorwand von Drogengeschäften handelt es sich klar erkennbar um die kalte Aneignung der venezuelanischen Öl-Vorkommen. Heute (20.8.26) kann man den Nachrichten entnehmen, dass schon die Hälfte der venezuelanischen Öl-Vorkommen von den USA kontrolliert wird. (Seither ist dies noch deutlicher realisier worden. Red.)
Der eigentliche Zweck hinter den vielen Trump’schen Aneignungs-Drohungen und –Maßnahmen ist nicht immer offensichtlich. Aber es fällt doch auf, dass er sich dabei in jeder erdenklichen Weise durch Insiderhandel persönlich enorm bereichert. In der zweiten Präsidentschaft hat Trump sein Vermögen bisher um zwei Milliarden Dollar gesteigert.
Wir wissen nicht, wie viel Strategie und Politik per „Trial and Error“, Versuch und Irrtum hinter Trumps Außenpolitik steckt. War die Sperrung der Straße von Hormuz seitens der US-Regierung beabsichtigt? Im Interesse der eigenen Öl- und Gasproduzenten, als Möglichkeit für Insidergeschäfte an den Börsen, um den Petro-Dollar zu stärken, Druck auf ökonomische Konkurrenten in der EU auszuüben …? Mit ihren Brachial-Methoden und offen gezeigter Unberechenbarkeit treiben die USA die ganze Welt in wirtschaftlich immer schwierigere Situationen. Mit ihrer militärischen Intervention und Dominanz-Gehabe zeigen die USA einmal wieder, dass ihnen die Befindlichkeit anderer Länder und Menschen sehr egal ist. Sie ist der Hauptstörer jeglicher Welt-Ordnung.
Auf Grund dieser vielfältigen Bedrohungen der ganzen Menschheit durch die Folgen unverantwortlicher und menschenverachtender, egoistischer Praktiken vor allem durch religiöse Fundamentalisten und Extremisten, schreit eigentlich die ganze Welt nach einer verbindlichen Ordnung. Die haben wir eigentlich in Form der UN-Charta von 1945, die 193 Staaten unterzeichnet haben. Unter I/4. kann man nachlesen: „Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der UNO unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt.“ Diese Genehmigungen für ihre zahllosen Kriege erteilte die UNO den USA nicht. Und somit waren alle US-Kriege seit 1945 illegal und gegen das Völkerrecht. Wenn die UNO Verstöße nicht im Sinne der USA legalisierten, ignorierte die USA in der Regel diese. Sie taten, wie auch Israel, was sie wollten. (Hervorhebung durch die Redaktion.)
Eine neue Weltordnung: Die „wertebasierte Weltordnung“ war ja als Ablösung den UN-Charta und des Völkerrechts erfunden worden. Praktisch ist an der wertebasierte Weltordnung, dass deren Werte bei Bedarf vom Westen immer wieder neu definiert werden können. Brauchen wir eine „neue Weltordnung“ oder wäre schon sehr viel gewonnen, wenn zur Respektierung des Völkerrechts, zur UN-Charta zurückgekehrt würde?
Das Problem ist, dass sich Länder wie Israel und vor allem die USA permanent über jegliche Art von Ordnung hinwegsetzen.
Der neueste Streich: die USA sanktionieren die Präsidentin und den leitenden Prozessanwalt des internationalen Strafgerichtshofes! Aber richtig: sie sind dem Abkommen über den Internationalen Gerichtshof erst gar nicht beigetreten! Diese Maßnahmen „untergraben die Rechtsstaatlichkeit“ und gefährdet die internationale Rechtsordnung, so das Gericht. Der Gerichtshof bekräftigte, dass er sich in seinem Bemühen um Gerechtigkeit nicht beirren lasse.
Nur: Was tun gegenüber den Überzeugungstätern? Dulden wir deren permanente Übergriffigkeiten, übergehen wir sie oder wie kann man sie dazu bringen, sich an irgendwie geartete Weltordnung zu halten? Eine Weltordnung mit solchen gewalttätigen sowie geldgierigen Kräften gibt es nicht. Die Einsicht der meisten Menschen geht doch dahin, dass es für alle vorteilhaft ist, eine gemeinsame Ordnung anzuerkennen und einzuhalten. Und nicht beliebig zu tun, was man will. Nur ein Player „darf“ tun, was er will: die Krebszelle. Und das endet bekanntlich tödlich!
Nur eines vergessen diese Länder: Ihr Handeln zieht Konsequenzen nach sich. Und das ist einmal das Vertrauen und der schlechte Ruf auf der ganzen Welt. Bisher konnte die weltweite Beherrschung der Medien sowie der „gekauften“ Interessengruppen das wirkungsvoll rhetorisch abstreiten bzw. verdrehen. Aber der Niedergang des Dollar-Imperiums und die Ablehnung der US-gesteuerten unipolaren Weltordnung durch immer mehr Länder zeigen den Zerfall dieses Systems. Und die Beharrlichkeit des Irans in der Auseinandersetzung mit den USA wird weltweit als dessen Niederlage angesehen. Und die Schutzbehauptungen, dass der Westen die edelsten Ziele der Menschheit, die Verteidigung von Freiheit, Demokratie, Menschenrechten …vertritt, werden immer dünner.
Das wird auf allen Ebenen im „Umgang miteinander“ Konsequenzen haben.
Aber was und wie sonst?
Ein Argument sollte man hier noch anbringen, nämlich dass die USA und die ihrer Philosophie folgenden Länder den Zusammenbruch ihres maroden Systems vor Augen haben und alle Mittel mobilisieren, um das abzuwenden. Dazu zähle ich vor allem den Ukraine-Krieg, der angeblich die Überlegenheit des westlichen Systems durch erfolgreiche Verteidigung der „edelsten Ziele“ deutlich machen soll.
Immer stärker geht es den westlichen Zielen an den Kragen: Wenn die Kritik von Andersdenkenden das System gefährdet, werden die abstrusesten Verdrehungen, Einschüchterungen und Behauptungen, mit Hilfe willfähriger und mit Fördermitteln bezahlter Journalisten, in Form übelster Propaganda in die Welt gesetzt.
Unzweifelhaft genossen die USA nach dem 2. Weltkrieg den Status des weltweiten „Leaders“, wobei der jetzige Präsident alles tut, um diesen Kredit zu verspielen. Und damit verfällt auch die Vorstellung einer unipolare Weltordnung im freien Fall nach unten. (Hervorhebung durch die Redaktion.)
Auch wir in Deutschland sollten das so sehen und unsere unheilige Allianz mit extremistischen religiösen Fanatikern in den USA und Israel abbauen, um Flagge zu zeigen, dass normaler Umgang anders aussieht!
Quellen
-https://talkingofmoney.com/george-soros-philosophy-of-an-elite-investor
-https://www.deutschlandfunk.de/trump-vance-usa-evangelikale-nationalismus-project-2025-100.html
-https://www.zeit.de/zeit-geschichte/2025/06/evangelikale-rechte-christentum-usa-pete-hegseth
-https://www.deutschlandfunk.de/christlicher-nationalismus-religioese-rechte-in-usa-will-gottesstaat-machen-100.html
-https://www.saba.ye/de/news3219042.htm
-https://www.merkur.de/politik/woke-ideologie-macht-blind-wie-deutschland-den-radikalen-islamismus-unterschaetzt-zr-94240243.html
-https://www.tagesschau.de/ausland/asien/israel-einfluss-nationalreligioese-100.html
-https://www.spiegel.de/politik/ausland/radikale-juden-in-jerusalem-religioese-ultras-kaempfen-um-die-heilige-stadt-a-793741.html
-https://www.spiegel.de/ausland/israel-parlament-staerkt-stellung-von-ultraorthodoxen-mit-neuem-gesetz-a-e1d7421d-2a2f-49ff-93aa-d4bee6580d5e
-https://de.wikipedia.org/wiki/Ultraorthodoxes_Judentum
-https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fisrael
–https://www.dw.com/de/gro%C3%9Fisrael-israels-rechte-und-ihr-traum-vom-bibelreich/a-76723185
-https://de.wikipedia.org/wiki/Fundamentalismus
– https://www.wiwo.de/technologie/wirtschaft-von-oben/venezuelas-oel-das-sind-die-oelquellen-auf-die-es-donald-trump-abgesehen-hat/100188929.html
–https://de.marketscreener.com/boerse-nachrichten/wie-die-usa-die-oeleinnahmen-des-irak-kontrollieren-ce7e5bdadd81f321
-https://www.morgenpost.de/politik/article412107150/der-selbstbedienungs-praesident-wie-sich-donald-trump-im-amt-bereichert.html
-https://mainstream.news/international/keine-alternative-zum-kompletten-us-rueckzug-aus-mittleren-osten-teil-i/
– https://www.palaestinaspricht.de/artikel/eine-massenmordfabrik-einblicke-in-israels-gezielte-bombardierung-des-gazastreifensnbsp-k4xe6-srj7s
Dr. Diether Gräf, 88276 Berg